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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 210

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Herz Homberg in Galizien
Date
1916-01-01
Page
Seite 210 (sequence 22)
Language
German
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- 210 6. Spitzfindige und bedeutungslose Bemerkungen und Erklärungen über alte Schriftsteller. 7. Biographien von Rabbinern, die außer dem Talmudfache nichts geleistet haben?) Wären diese und ähnliche Vorschläge Hombergs vom Kaiser bestätigt worden, dann hätte die ganze rabbinische Literatur ein vorzeitiges Ende genommen. Zum Glück hatte Oesterreich in jenerZeitmit politischenFeinden(Napoleon)zu tun, und Kaiser Franz war jeder durchgreifenden Neuerung abhold. Leider hatte Homberg in einer anderen Sache das entscheidende Wort und stürzte seine galizischen Glaubensgenossen in ein schweres Unheil für ein halbes Jahrhundert. Der Ausgang des XVIII. Jahrhunderts brachte eine Reihe ״staatlicher Berater" oder, wie man sie nannte, ״Projektenmacher" zum Vorschein. Einer dieser Projektenmacher, Salomon Koffler aus Lemberg, schlug dem Staate eine Steuer von Sabbath- und Festlichtern vor und erklärte sich bereit/ für 194403 fl. jährlich diese Steuer selbst zu pachten. Diese enorme Summe (um 17 630 fl. mehr als die gesamten galizischen Judensteuern) lenkte die Aufmerksamkeit des Kaisers auf Koffler. Er wurde nach Wien berufen, und hier wurde ihm eröffnet, daß der Kaiser gewillt sei, die Steuer einzuführen, wenn sie keine Beschränkung der Religion bilde; das Gutachten darüber wurde von Homberg eingefordert. Homberg gab eine ganz pilpulistische Antwort, aus der zu ersehen war, daß die neue Steuer keine Religionsbeschränkung bilde. ״Der Kaiser verbietet 1) Wolf ©.: ״Geschichte der Juden in Wien (1156-1876)" S. 123. Sonnenfels Vater Alois v. Sonnenfels hat eine Broschüre gegen den Ritualmord: ״Jüdstcher Blut-Eckel", Wien 1753, geschrieben. Königl. Bibl. in Berlin Nr. 16, 790. Alois v. S. war schon i. I. 1736 getauft und nachher Magister der hebr. Sprache an der Wiener Universität. Er stammte aus Berlin, wo sein Vater Michael Wiener, auch Michel Chossid genannt, in den Jahren 1715—1725 Gemeinderabbiner war. Alois Wiener wurde 1746 in den Adelsstand erhoben mit dem Prädikat b; Sonnenfels. Er schrieb auch ein kabbalistisches Werk in deutscher Sprache unter dem Titel: Lvlenäor laeis.

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