Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 21)
- Language
- German
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209 Homberg: Ueber die jüdische» Bücher soll ein Autodafe gemacht werden. Der Unterricht der Normalschulen soll nicht bloß für kleine Kinder, sondern auch für Erwachsene sein. Kommission: Dieser Gegenstand soll beraten werden. Homberg: Zur physischen Stärkung der Juden soll a) bei der Beschneidung ein Arzt anwesend sein, b) sie sollen persönlichen Militärdienst leisten. Kommission: Einverstanden. Homberg: Man soll die Juden von Handel, Lieferungen und Pachtungen abziehen. * Kommission: Einverstanden.*) * * Diese Ratschläge — die schnell in die Oeffentlichkeit gelangten — genügten vollkommen, um Homberg bei den galizischen Juden noch mehr verhaßt zu machen, und bald gingen die theoretischen Verhandlungen in Taten über. Die Hofkanzlei schlug am 25. Juli 1795 unter anderem ״eineKommission zur Prüfung des Talmud" vor, und Joseph v. Sonnenfels, der getaufte Minister, sollte diese Prüfung vornehmen. Alle anderen jüdischen Bücher sollten der Zensur vorgelegt werden, für die Homberg eine Instruktion ausgearbeitet hatte. Diese Instruktion wiederholte er im Jahre 1811 und schlug in ihr vor, folgende Bücher durch die Zensur auszuschließen: 1. Alle neuen großen und kleinen Gebete, außer Krönungsgebeten usw. 2. Kabbalistische Produkte. 3. Predigten, die keine erbaulichen Volkslehren enthalten, oder mit talmudischen Abhandlungen ver- Kunden sind.' 4. Moralische Schriften, bevor sie gesichtet sind. 5. Neue Werke talmudisch rabbinischen Inhalts, woran ohnedies Uebersluß ist. ') Wolf G.: ״Die Versuche zur Errichtung einer Rabbinerschule in Oesterreich." Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland, Jahrg. V. S. 36 ff. 14