Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3111067-3111104-3116911--5390-3117149- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
208 Alle diese Vorschläge Hombergs kamen in demselben Jahre (1794) zur Verhandlung, als es sich um die neue Normierung der Rechtsverhältnisse der Juden in Böhmen handelte. Homberg wiederholte sein Gutachten, und die betreffende Rechtskommission wie auch.die Hofkanzlei machten ihre Bemerkungen zu seinen Ausführungen. Zur Charakteristik dieses Mannes wollen wir hier einige Punkte aus dem Enqueteprotokoll mitteilen: Homberg: Die Talmudschulen sollen auf dem Lande (d. i. in ganz Böhmen) aufgehoben, hingegen solle in Prag eine jüdische Hohe Schule errichtet werden. Die Schüler derselben müssen die Normalschule abfolviert haben. Die Lehrer dieser Hohen Schule werden von den Normalschullehrern gewählt, unter deren Aussicht sie stehen. Die Kommission war mit der Aufhebung der Talmudschulen einverstanden, und Mittelrat Kreß Lefürwortete, das Studium des Talmuds überhaupt so lange zu verbieten, bis er purifiziert (!) sein werde. Ferner wünschte er die hebräische Sprache beim Gebete auszuschließen. Die Hofkanzlei war mit der Aufhebung der Talmudschulen einverstanden. Die Lehrer an der Hochschule sollten jedoch von der Prager Gemeinde gewählt werden. Homberg war gegen den Vorschlag, daß die Rabbiner Philosophie studieren sollen. ״Die Rabbiner sind unverbesserlich*), sollen daher gänzlich abgeschafft und die etwa vorhandenen unter die Aufsicht der Normallehrer gestellt werden." Die Kommission war mit den Anträgen nicht einverstanden, ״der Gemeinde bleibe es freigestellt, einen Rabbiner aufzunehmen". l) In einem anderen Memorial schrieb Homberg: ״Die itzigen Rabbiner wissen blos, wie man das Osterbrot backen, wie hoch die Laubhütte sein solle, beim Gottesdienste sehen sie nicht auf Ruhe. An Buh-, Sabbath- und Festtagen fordern sie Gott auf, das Blutseiner Diener zu rächen, ebenso im täglichen Gebet: Alenu.