Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 19)
- Language
- German
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207 sich für das auserwählte Volk, sie meinen, alle Heiligen seien unter ihnen .. . Sie besitzen eine besondere Vorliebe für ihren Glauben und halten sich ausschließlich für Menschen. Der scharfgeschliffene Geist der Juden sei zum Kleingeiste geworden. Sie seien verzärtelt, dem Geschlechtstrieb mehr ergeben als Christen und haben einen besonderen Hang zur Handlung." ״Die gesunkene Moralität der Juden hänge mit ihrer gedrückten politischen Stellung zusammen. Das ursprüngliche Judentum war gut und wurde das auch von Christus anerkannt, das jetzige müsse von den Schlacken gereinigt werden. Die Mittel, die Kaiser Joseph anwendete, seien als unzulänglich zu betrachten und bestehen erst zu kurze Zeit, so daß man die Wirkungen derselben bis jetzt nicht genau ermessen könne. Nichtsdestoweniger zeigen sich bereits Wirkungen derselben. In Prag gebe es jüdische Aerzte, Rechtsgelehrte, Normallehrer und Handwerker. In Galizien befinden sich beiläufig 100 jüdische Normallehrer." Er schlug vor, ״man nähere die Juden den Christen, hebe den esprit de corps unter den Juden auf; das Universum müsse unschädlich, das Individuum nützlich gemacht werden." ״Man schränke das Talmudstudium ein und zwar man hebe sämtliche Talmudschulen in der Mon archie auf, errichte in Prag eine öffentliche Talmudschule und setze die hebräische Sprache außer Gebrauch. Den Gemeinden werde die Verpflichtung auferlegt, Lehrer anzustellen, nicht aber Rabbiner. Der Staat ignoriere überhaupt die Rabbiner und kümmere sich nicht um die religiösen Bedürfnisse der Juden. ״Es sei ferner eine eigene Zensurstelle für Juden zu organisieren und dieser einzuschärfen, daß diejenigen Stellen in jüdischen Büchern, welche Haß gegen andereReligionen enthalten, ausgemerztw erden. ״Die Juden sollen zu Kriegsfuhrknechten, zur Feuer- .wehr, zu Acker- und Straßenbau verwendet werden, die Handlungen derselben aber seien einzuschränken."