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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 205

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Herz Homberg in Galizien
Date
1916-01-01
Page
Seite 205 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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205 schreitung, wie Rauchen und Schreiben am Sabbats Trefes Essen usw. auf?) Je kleiner die Stadt war, desto mehr ward der Lehrer verhaßt, und das spiegelte sich in der Schulfrequenz, wieder. Sogar in Lemberg betrug die Zahl der Schüler und Schülerinnen nicht mehr als 389, wogegen in den Chedarim 86 Lehrer (Melamdim), 183 Belfer und 1574 Schüler sich befanden?) Noch schlimmer war es mit demSchulbesuche in derKleinstadtbestellt; ja, in den östlichen Marktflecken, wo der Chassidismus sehr stark vertreten war, bestanden die Schulen nur auf dem Papier, und die Lehrer hatten überhaupt keine Beschäftigung. Die Kreiskommissare machten ihre Berichte, die Summe der aufgesetzten Schulstrafen wuchs ins Unendliche, alles blieb aber erfolglos, da die Juden sich mit Geld von der Schule zu befreien wußten. Wenn wir die Befreiungsgesuche der jüdischen Eltern durchblättern, so finden wir folgendes: ein Vater erklärt,sein Sohn sei ein unverbesserlicher Dieb, so daß er, ihn zu Verwandten nach Polen schicken müsse, damit er sich dort bessere; ein anderer Vater gibt an, sein ׳Sohn sei mit einer boshaften, ansteckenden Krankheit behaftet, so daß er aus diesem Grunde die Schule nicht besuchen dürfe. Andere Eltern schützten ihre große Armut vor, während die Juden in Horodenka erklären, ״sie wollen ihre Kinder aus patriotischen und assimilatorischen Ursachen in die christliche Schule schicken, und bitten daher, die jüdische Schule aufzulösen"?) Dieser Kampf der Juden gegen die Schule war den Beamten bekannt. Die Berichte der Kreiskommissare und des Studienkonsesses drangen bis nach Wien, und der Kaiser wollte sich persönlich von dem Stand dieser Schulen überzeugen. Bei seinem Besuch in Lemberg wohnte er dem Unterricht in einigen Klassen bei und 1) Siehe die Klage der jüdischen Gemeinde vom 25. XII.1792־ betreffs des Präparanden Reichenbach. AJGL. 1793. 2) Kreisslbreiben vom 10. I. 1795 Zl. 1879 und Bericht der jüd. Gem. Lbg. vom 29.1.1795. Die Melamdim hatten 13420fl. jährl. Einkommen, wovon sie 4744 fl. den Belfern auszahlten. 3) Statthaltereiarchiv Lbg. Easc. YIII/C. 1795.

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