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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Herz Homberg in Galizien
Date
1916-01-01
Page
Seite 204 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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204 Leiterposten in derHauptschule/den er auch endlich bekam?) Diese Reibungen unter den Lehrern waren in der Stadt allbekannt und trugen nicht sehr zur Hebung des Ansehens der Schule bei; auch die Hetzjagd nach Privatstunden drückte das Ansehen dieser Kulturpioniere Lei der Bevölkerung herab. Dazu kamen die Schwindel- -geschäfte und Bestechungen bei den Privatprüfungen, denen sich manche Jünglinge und Mädchen unterzogen, um ohne Schulbesuch heiraten zu dürfen. Manchmal stellten die Eltern eines solchen Heiratskandidaten ein ״Kautionsinstrument" aus, indem sie sich verpflichteten, ״ihr Kind sechs Monate nach vollzogener Heurath (!) regelmäßig in die Schule zu schicken". Nicht besser ging es im Lehrerseminarium, wo jedes Jahr andere zehn Jünglinge ihre Unterkunft fanden. Wir müssen uns vergegenwärtigen, aus welchen Häusern die ״Präparanden" sich rekrutierten, um das Leben und Treiben in dieser Anstalt zu begreifen. Wer einmal in das Seminarium eintrat, der galt der jüdischen Familie für verloren, ja, ärger als getauft; somit konnte nur^die größte Armut einen jungen Menschen in die Arme Friedentals treiben, besonders da reiche Kinder sich überhaupt nicht dem Lehrerstande widmen. Die Präparanden hatten in der Schule ihre Schlafstellen und erhielten 8^/2 Kr. Zehrgeld pro Tag?) Das war blutwenig, und so wiederholten sich die Klagen über die Vernachlässigung des Studiums, da die Kandidaten durch Privatunterricht und Schreibarbeiten ihr Dasein fristen mußten. Aber auch ihr religiöses und moralisches Leben ließ viel zu wünschen übrig; die Klagen der Kahalsvorsteher an das Gubernium zählen so manche Religionsüber- *) Während der 19 Fahre des Bestandes der Schulen bekleideten den Leiterposten an der Lemberger Hauptschule nacheinander: Minden, Morgentau, Gunzenhausen, Simon Homberg und von 1804—1806 S. Popper. 2). Universitätsarchiv vom Jahre 1798 Nr. 365. Dort sind die Zehn Schüler dieses Jahrganges mit Namen ausgezählt. In meiner Sammlung besitze ich eine ׳Quittung des Kandidaten Blumental, machmaligen Lehrers in Bolechow.

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