Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Herz Homberg in Galizien
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 13)
- Language
- German
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201 Wollte und alle Hebel in Bewegung setzte, um die Gründung der Schulen zu vereiteln. Homberg machte sich aber schnell aus Werk, und bald waren in Galizien 107 Schulen mit circa 150 Lehrern vorhanden?) Alle diese Schulen waren nur für Knaben bestimmt, und erst im Jahre 1792 begann man Mädchenschulen zu gründen, wobei man aber nicht über die zwei großen Gemeinden: Lemberg und Brody hinausging?) In diesen Leiden Städten waren auch die einzigen dreiklassigen Normalschulen für Knaben, alle anderen waren ein- oder zweiklassige. Trivialschulen. Die Lemberger Normalschule führte den Namen einer Hauptschule, und mit ihr war das Lehrerseminarium unter der Leitung Aron Friedenthals verbunden. In Lemberg waren mit der Zeit 4 Knaben- und 3 Mädchenschulen, und die Lehrer und Lehrerinnen aller dieser 7 Schulen bildeten die ,,jüdisch-deutsche Lehrerkonserenz", welcher der Seminardirektor Vorstand. Die Lehrerkonferenz unterstand in administrativer Beziehung dem Kreisamt, in pädagogischer dem ״Ostgalizischen Studienkonseß", der aus dem Rektor und den Dekanen der Universität, dem Vertreter der Gymnasien und den Inspektoren der christlichen und jüdischen Schulen bestand. Somit hatte Homberg im Konseß Sitz und Stimme, und keine jüdische Angelegenheit durste in seiner Ab- Wesenheit erledigt werden. Da er aber oft, ja zu oft, beurlaubt war, mußte ihn im Konseß der Seminardirektor Friedenthal vertreten, was Homberg sehr ungern sah. Ueberhaupt war Homberg selbstherrlich und duldete keine Kritik seines Verhaltens. Daher kam es oft zwischen ihm und Friedenthal zu unliebsamen Auseinandersetzungen, die schließlich in offene Feindseligkeiten ausarteten?) Im Jahre 1798 fand eine Untersuchung y Schematismus für die Königreiche Galizien und Lodomirien für das Jahr 1788 S. 136 ff. 2) Pilleriana aus dem Jahre 1792 S. 21. Weist: Geschichte der vsterr. Volksschule unter Franzi und FerdinandL Graz. S. 13. 3) Die Quellen zur Organisation der Schulen finden stch in den Archiven der Statthalterei in Lemberg, (Fase. Vm/C) der jüdischen