Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Die Sprache der Ostjuden
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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155 einer deutschen Wiedergabe des arabischen Originals ent» stammen. Eins der ältesten Erzeugnisse dieser Art ist das sogenannte Maissebuch (Geschichtenbuch), das 1602 in Basel von einem unbekannten Sammler herausgegeben wurde. Weit volkstümlicher freilich, sä bis auf den heutigen Tag verbreitet und geschätzt, ist das sogenannte „B o v o b u ch" oder „B o v o m a i ß e", ein Roman, der von Elia Levita stammt und im Jahre 1507 als erstes jiddisches Buch überhaupt erschienen ist. Seinen merkwürdigen Namen verdankt es der Tatsache, , daß es die Bearbeitung eines ursprünglich englischen/ Romans: „Sir Bevis of Southhampton“ darstellt. Aus noch früherer Zeit stammen die Volkslieder, welche zu einem nicht geringen Teile aus Deutschland mitgenommen worden sind. Besonders sind es wohl Kinder- und Wiegenlieder gewesen, die sich teilweise, wenn auch in etwas veränderter Gestalt, hier wie dort erhalten haben. Wem fiele nicht, wenn er z. B. folgendes Liedchen hört, die Kinderweise ein von den. roten und schwarzen Kirschen und den blonden und» schwarzen Mädeln: Kümmt der liber Sümer Schpil'n mir in fand. Kümt der liber Winter, Fur'n mir zü land. Schwarze karsch'n ras'n mir, Roite los'n mir schtein. Scheine bucherim nemen mir, Mieße los'n mir gein. Schwarzer Ziganer, Dü bist nit maner. As Gott wet dir bascher'n, West dü maner Wern.