Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Briefe Alexander von Humboldts an Dr. Robert Remak 1839 bis 1855
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 15)
- Language
- German
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126 ffofern Sie nicht besondere eventuell anzuzeigende Bedenken dagegen haben." (Kalisch, S. 24ff.) Trotzdem zögerten beide Minister ziemlich lange, ehe sie die Order aus führten. Erst am 23. Mai eröffnete Eichhorn dem Petenten „daß Ihrer Habilitation als Privatdozent bei der hiesigen medizinischen Fakultät ein Hindernis nicht entgegensteht." An demselben Tage meldet der Minister dem König, eine bestimmte Lehrstelle für Remak sei nicht vakant und' entspreche Wohl des Königs Absicht, „daß der Doktor Remak sich Ansprüche auf eine außerordentliche oder ordentliche Professur in demselben Wege er- " werbe, welcher den übrigen Bewerbern um akademische Lehrämter geöffnet ist." (Kalisch, S. 27.) Von den in den Briefen Humboldts genannten Persönlichkeiten ist Jllaire der Kabinettsrat, der unter Friedrich Wilhelm IV. eine ähnliche Stellung einnahm, wie Lombard und nach ihm Beyme unter Friedrich Wilhelm III. Johann Albrecht Friedrich Eichhorn (1799 bis 1856) übernahm 1840 das Kultusmiüisterium und galt schon vor 1848, nicht ganz mit Recht, (vgl. meine Ausführungen und die von mir mitgeteilten Aktenstücke in der Biographie meines Vaters. Berlin 1910, S. 78ff., 83, 84) als eine ganz besondere Stütze der Reaktion. Eine andere von Humboldt erwähnte Persönlichkeit, Brüggemann, gibt Anlaß zu einer etwas längeren Bemerkung. In dem ersten vereinigten Landtag und zwar in den Verhandlungen vom 16. und 17. Juni 1847 wurde die Zulassung der Juden zu akademischen Lehr- und Schulämtern ausführlich besprochen. Die Reden des Referenten und verschiedener hochadliger Herren in der Herrenkurie, die von außerordentlichem Interesse sind, (abgedruckt bei Kalisch, S. 27—49) führten zu dem Beschluß „daß Juden zu ordentlichen Professuren der mathematischen, naturwissenschastlichen, medizinischen und philologischen Lehrfächer zugelassen werden sollten." In der 'Kurie der drei Stände gab der von Humboldt genannte Regierungskommissar Brüggemann (aus der Erwähnung dieser Rede ist'das Datum des Briefes Nr. 13 festzustellen, das in dem Briefe nicht angeführt ist und aus $