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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 127

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Briefe Alexander von Humboldts an Dr. Robert Remak 1839 bis 1855
Date
1916-01-01
Page
Seite 127 (sequence 16)
Language
German
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127 Dem Poststempel nicht genau genug ermittelt werden ckonnte), das Referat. Der genannte Theodor Brüggemann (1796—1866), ursprünglich Schulmann, seit 1843 Vortragender Rat im Kultusministerium, erwarb sich in vielseitiger Tätigkeit um das Schulwesen manche Verdienste und war als Parlamentarier ein treuer Anhänger' per Regierung. In seinem höchst bemerkenswerten Referat (abgedruckt bei Kalisch, S. 49—57) hat er die einzelnen Universitäten durchgenommen und zu zeigen versucht, wie in den meisten Hochschulen durch die Statuten die Anstellung von Juden ausgeschlossen sei, speziell in Bonn, das ausdrücklich nur von Anstellung evangelischer und ^katholischer Professoren spreche. Trotzdem hat er den Entwurf der Regierung verteidigt, der die Juden zur Bekleidung medizinischer, naturwissenschaftlicher und geographischer Lehrstellen berechtigte, sie aber von Philosophie, Geschichte und Philologie ausschloß. Und nun mögen die wichtigen Briefe Humboldts folgen: 9. Humboldt an Remak: Ich freue mich Ihnen sagen zu können, teuerster Herr Doktor, daß ich gestern Abend schon den König auf Ihre Bitte, sich zum Privatdozenten bei der Universität habilitieren zu können, vorbereitet habe. Er hat mir aufs Freundlichste zusagend geantwortet. Es ist nicht die Rede von einer neuen gesetzlichen Bestimmung, sondern von Nachgeben in einzelnen Fällen. Ich habe es erlangt, selbst ohne Ihre schönen Kupfertafeln, auf deren Hülfe ich das Unrecht hatte zu rechnen, vorzuzeigen. Daß ich mich der Zustimmung eines großen Namens, meines Freundes Schönlein, dabei bedient habe, erwarten Sie wohl. Da Sie die offiziellen Schritte beim König und Minister machen müssen, so kommen Sie gütigst Dienstag um 7s2 Uhr zu mir, damit wir die Form verabreden. Sie sehen, daß ich immer Muße finde, wenn Es eine verdienstliche wissenschaftliche Tätigkeit, wie die

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