Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Briefe Alexander von Humboldts an Dr. Robert Remak 1839 bis 1855
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 9)
- Language
- German
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120 Mann,' um so mehr, als er seit 1841 die Stellung eines außerordentlichen Bevollmächtigten bei der Universität Berlin bekleidete. Er war ein streng konservativ und kirchlich gesinnter Mann, wenn auch dem Pietismus abgeneigt. Johannes Müller, der berühmte Anatom und Physiologe, 1801—1855, war 1833 als Professor der Anatomie und Physiologie nach Berlin gerufen worden. Er war ein Gelehrter und Lehrer allerersten Ranges, zu dessen Schülern sämtliche bedeutendere Vertreter der beiden Fächer in der Mitte des 19. Jahrhunderts, darunter auch Remak gehörten; zugleich war Müller ein menschlich edel gesinnter Mann und ein väterlicher Förderer seiner Schüler. Noch eine Stelle in dem Humboldtschen Briefe bedarf der Erörterung. Gerade im Jahre 1842 hatten die Juden in Preußen die größten Anstrengungen gemacht, die drohende Entziehung des Rechtes, Soldaten zu werden, von sich abzuwenden; vertrauliche Aeußerungen des Königs hatten die Wortführer belehrt, daß der Monarch einer Besferstellung der Juden nicht abgeneigt war. Auch die Verhandlungen über eine Aenderung und Aufhebung des Eides More Judaico fallen in die vierziger Jahre. Sie sollen, da sie mit unserem Thema in keiner direkten Beziehung stehen, an dieser Stelle nicht näher erörtert werden; es genüge auf meine Darstellung in der Geschichte der Juden Berlins (Bd. I und II, 1871) und auf meine Veröffentlichung der Briefe Johann Jacobys und anderer Aktenstücke (Monatsschr.' f. Gesch. u. Miss, d. I., 62. Jahrg.) zu verweisen. Das Schreiben Remaks an den König vom 14. März 1843 datiert, zu dessen Unterstützung der nachfolgende Brief Humboldts geschrieben ist/ vom 14. März 1843 datiert, übrigens ein sehr schönes und würdiges Aktenstück, ist bei Kalisch S. 21 ff. gedruckt. Der abschlägige Bescheid auf dieses Gesuch erfolgte am 18. April. Schon vorher waren zwei andere Juden, die eine ähnliche Bitte ausgesprochen hatten, nämlich Fr. I. Behrend aus Berlin und I. M. Jost aus Frankfurt a. M., und zwar am