Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 118

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Briefe Alexander von Humboldts an Dr. Robert Remak 1839 bis 1855
Date
1916-01-01
Page
Seite 118 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3111067-3111104-3116908--5297-3117059
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

118 nur den Grund in den Systemen hat, die verschiedentlich)' sich aussprechen. In Petersburg scheint man sich zurr' unchristlichen Intoleranz, der Ausschließung jüdischer Gelehrten entschieden zu haben, während man in Wilna? freier gesinnt ist. Zur Uebersiedelung nach Paris kann ich gar nicht raten. Dort ist die größte Ueberfüllung für die Praxis und mit literarischen Arbeiten ist gar nichts zu gewinnen. A. von Humboldt. (Auf dem Kuvert von anderer Hand: 1839.) Jin nächsten Jahre 1840 starb König Friedrich Wil-. Helm III. Aus seinen Nachfolger, Friedrich Wilhelm IV. der sich als Kronprinz politisch und religiös mannigfach freisinnig geäußert hatte, setzten die bisher Verfolgten^ oder in ihren Bestrebungen Zurückgehaltenen, aus beiden Lagern ihre Hoffnung. Es ist bekannt, daß Friedrich- Wilhelm IV. Arndt in seine Universitätsstellung wiedereinsetzte und Jahn begnadigte, nicht minder bekannt, daß. er die Nichtachtung gutzumachen suchte, unter der namentlich verdiente Vertreter der deutschen Literatur und- Wissenschaft unter seinem Vorgänger gelitten hatten (Ludwig Tieck, Friedrich Rückert); weniger bekannt, aben von mir in verschiedenen Schriften dargetan ist die Tatsache, daß gerade die Verfehmten, z. B. die Vertreter ° des sogenannten jungen Deutschlands hofften, von dem neuen Regenten zu Gnaden ausgenommen zu werden und die entzogenen Rechte wieder zu erlangen. Was Wunder, daß auch die Juden die Gelegenheit für günstig erachteten, ihre Interessen zu befördern. Bald nach dem Regierungsantritte des Königs glaubte Remak durch eine Eingabe bei dem König seine Sehnsucht zu befriedigen,/ Privatdozent an der Berliner Universität zu werden., Humboldt riet ihm von diesem Schritte durch folgendes* Schreiben ab. 3. Humboldt an Remak: Meine beschäftigte Lage und meine nahe Abreise haben mich allerdings gehindert, Ew. Wohlg. zu empfangen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.