Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Die Ehre im Talmud
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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11Q - uft, sondern um deine Ehre, Gott, damit die (Meinungen) Streitigkeiten in Israel sich nicht mehren." (Megilla 3a) Das sagt doch nichts anderes, als, man ehrt Gott, wenn man zum Heile der Menschen beiträgt, das größte Heil über wird durch den Frieden gefördert. Der Friede selbst erhält Nahrung und Kräftigung durch Beseitigung der Jrrtümer und Klärung der Geister. Wie in der Anerkennung der Güte, so liegt auch in der der Alleinherrschaft, Einigkeit und Einzigkeit Gottes dessen Ehre. Diese Ehre fordert volle Hingabe an Gott, -seine alleinige Anbetung und wenn nötig, das Opfer des eigenen Lebens. Die Hingabe des Lebens für die Ueber- Zeugung wird als höchste Heiligung des göttlichen Namens angesehen. Indirekt wird einmal auf die Gott allein gebührende ׳Ehre hingewiesen. Sonne und Mond mischen sich in den Streit des Mose mit Korach, sie sprechen: ״Herr der Welt, wenn du dem Sohne Amrams nicht Recht verschaffst, ziehen wir unsere Strahlen ein. Darauf Gott: für meine Ehre seid ihr nicht eingetreten, denn ihr habt es geduldet, daß man euch anbete, für die Ehre eines Menschen tretet ihr ein. (Nedarim 31b). Eine Hingabe des Lebens für die Ueber- Zeugung bekundet die bekannte Erzählung der Mutter mit ihren sieben Kindern, die für ihre Ueberzeugung in den Tod gehen. Als das jüngste Kind aufgefordert wird, den Siegelring des Kaisers auszuheben, um so den Schein zu erwecken, als bücke es sich vor dem Kaiser, wodurch dessen Ehre gewahrt wäre, spricht es: ״Wehe Über dich, Kaiser! Höher als deine Ehre steht mir die Ehre Gottes". (Gittin 57 b) Selbstverständlich muß auch sonst die Ehre der Menschen gegen die Gottesehre zurücktreten. Gewiß, meinen die Alten, mußt du Vater und Mutter ehren, aber die Ehre Gottes muß dir höher stehen. Die Begründung ist einfach. Auch Vater und Mutter sind Gott zu ehren!verpflichtet. (Jebamot 5 b). Harte Strafe tritt da ein, wo es versäumt wird, Gott die Ehre zu geben. In dem Streit der Stämme