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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 85

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
Date
1916-01-01
Page
Seite 85 (sequence 26)
Language
German
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85 Dder der Jdealkönig der Zukunft gemeint sei. So stark ist schließlich die religiöse Verklärung dieser irdischen, -ursprünglich heidnischen Institution in Israel geworden. Der zukünftige König ist eine Gestalt im messianifchen Zukunftsgemälde Israels. Mit dieser messianischen .Zukunft hängt auch die Frage nach dem Todesgeschick der Menschen zusammen. Wie wird der verstorbene Fromme des künftigen Glückes teilhaftig? — Es bleibt nichts anderes übrig, als daß der gerechte Gott ihn ins Leben zurückruft, und dieser Hoffnung wird denn auch wiederholt im Buche Hiob und in den beiden Psalmen 49 und 73, sowie im Buche Daniel Ausdruck gegeben. 50 entwickelt der Heroismus des a.-t.lichen Glaubens auf rein innerisraelitischem Wege die Hoffnung auf ein ^Jenseits und ein Leben im Jenseits. Da sich gerade diese Hoffnung im A. T. erst sehr spät entwickelt hat, so ist es nicht unmöglich, daß Israel Anregungen dazu von außen ausgenommen hat. Auch in Aegypten waren die Gedanken über das Jenseits, welche durch die Osirissage eine starke Umwandlung und Vertiefung erfahren haben, ethisch beeinflußt: der Gerechte sollte im Tode mehr gelten als der, der auf Erden Macht und Gewalt besessen. Irr der Unterwelt erfolgt ein Gericht über jeden: der Froinme wird an den Ort der Seligen ausgenommen, der Böse wird zu besonderer Pein verurteilt. Wie von dieser Seite, so wäre eine Beeinflussung durch den Parsismus möglich, der eine individuelle Auferstehung annimmt. In letzter Zeit ist noch eine andere Vermutung ausgesprochen; es ist auf den phönizischen Adonis- Lezw. den babylonischen Tammuzkult hingewiesen worden; auf den diesen beiden Kulten eigentümlichen Gedanken von dem Absterben und Wiederaufsprossen der aus der Erde hervortretenden Vegetation; dieser Gedanke aus dem Naturleben möchte israelitischerseits aus das Menschenleben übertragen sein. Wie immer der Entwicklungsgang gewesen sein mag, — es ist ungeheuer schwer, ja fast unmöglich, darüber

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