Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 24)
- Language
- German
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- Job 1× ep/1005326
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83 Mt es nicht, als wenn wir den Prediger Salomo chören? — Allein nicht jeder mochte mit dieser Lösung sich ein für allemal zufriedengeben, Ließ sie doch so gut wie alle Fragen unbeantwortet, vor allem die quälendste unter ihnen, die vom Leiden des Frommen. Das sog. Hiobproblem finden wir daher sowohl in Aegypten im Gedicht des Lebensmüden, wie in Babylonien in einer Tendenzdichtung über einen König von Nippur behandelt. Allerdings an eine so gewaltige Schöpfung wie es das biblische Hiobbuch ist, reichen jene Dichtungen nicht heran. Dazu gehörte die religiöse Höhe eines israelitischen Frommen, und noch weniger finden wir irgendwo eine Lösung dieses Problemes wie sie der 73. Psalm bietet: „Nach deinem Ratschluß leitest du mich Und darnach nimmst du mich in Ehren auf. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, Bist du doch meines Herzens Trost und mein Teil." l) .> Dieser Dichter hat mit seinen Versen die Lösung geboten; -eins Lösung, über die bis zur heutigen Stunde kein -anderer religiöser Genius hinausgedrungen ist. Bei Behandlung des Themas: Gott und Mensch noch ein Wort über: Gott und den König. Auch die Institution des Königtums war in Vorderasien international. Da Israel diese vom Ausland übernahm, wird es wichtig sein, festzustellen, wieviel es sich davon zu eigen machte. Charakteristisch für das Königtum am Euphrat und um Nil ist die intime Beziehung zwischen seinem Träger und der Gottheit. An beiden Orten empfangen die Könige, bezw. beanspruchen sie göttliche Ehren. Sie gelten mit geringfügiger Einschränkung als Götter oder wenigstens als Söhne von Göttern. Diese Anschauung erklärt sich daraus, daß die Götter selbst nicht viel mehr waren als höhere Menschen, nicht Wesen von besonderer ') Vgl. Ps. 73, 23—26. &