Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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65 hat. Und im A. T. benennt der Mensch die Tiere, die Jahwe geformt hat und ihm zusührt. 1) Neben diesen religiösen hatten auch bestimmte sittliche Anschauungen eine allgemein verbreitete Geltung: In einem bekannten babylonischen Beschwörungstext werden die Angriffe der Dämonen als göttliche Strafen für begangene Sünden aufgefaßt, und es wird gefragt, ob der betreffende Mensch u. a. etwa in folgender Hinsicht Verfehlung auf sich geladen haben könnte: „Hat er Vater und Mutter verachtet, seine ältere Schwester beleidigt? Haterstatt„Nein" gesagt „Ja", statt „Ja" gesagt „Nein"? Hat er falsches Gewicht gebraucht? Hat er falsche Summe angenommen? Hat er sich in den Besitz seines Nachbars gesetzt? Hat er sich seines Nächsten Weibe genaht? Hat er seines Nächsten Blut vergossen? Hat er seines Nächsten Kleid geraubt? , War er mit dem Munde aufrichtig, aber falsch im Herzen? Hat er durch ein Geschenk den Namen seines Gottes mißachtet. Indem eretwas geweiht und gelobt, aber dann zurückgehalten hat?" Welch eine Verwandtschaft mit der Ethik des mosaischen Dekaloges! — Eine andere Frage lautet: „Hat er sich mit Zauberern und Hexen eingelassen?" Schon mit Sündern zu verkehren, mit ihnen zu essen und zu trinken ist unerlaubt. Wer erinnert sich nicht des ersten Psalmes: „Wohl dem Manne, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen?" In einem anderen Text wird eindringlich vor den Zungensünden gewarnt: . „Verläumde nicht, sage Schönes aus. ^öses sprich nicht, rede zum Guten. deinen Mund nicht groß, hüte deine Lippen." y Vgl. 1. Mos.*2, 19 f. 5