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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 64

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
Date
1916-01-01
Page
Seite 64 (sequence 5)
Language
German
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64 alogische Bezeichnungen aus der Keilschrift- und Hieroglyphenliteratur im AchT. angewandt finden, wie diebabylonischen labartu und etimmu und der ägyptischeollardnm.^) Hierbei ist noch zu bedenken, daß Manches,, was im israelitischen Volksleben vorhanden war, gar nicht den Weg in die a.-t.liche Literatur gefunden haben mag, bezw. daraus durch redaktionelle Retouche wieder entfernt sein wird. Selbstverständlich kannte man überall, wo Animismus herrschte, auch Mittel, seine gefährlichen Erscheinungen abzuwehren. So war die Sitte, Amulette zu tragen, international; desgleichen der Glaube an eine magische Kraft des Wortes und des Namens. Dem richtig gesprochenen Wort in einer Beschwörungsformel oder in einem Segensbezw. Fluchspruch eignete eine geheimnisvoll wirkende Macht;, neben dem gesprochenen Wort war es der Name eines Dämons oder auch eines Gottes. Wer den Namen eines solchen kannte, vermochte ihn sich durch Anrufung gefügig, zu machen. In den keilschriftlichen Beschwörungstexten entsprach dem das Aufzählen verschiedener Dämonen, um dadurch den herauszufinden, der das Uebel verschuldet hat. Auch bei den Aegyptern galt es den Namen des Gottes zu kennen, denn „in dem ruht seine Macht". Spricht man ihn aus am Ufer eines Flusses, so versiegt der Fluß, und spricht man ihn auf dem Lande aus, so wird es Funken sprühen. Der Name eines Wesens ist es auch, der diesem erst Selbständigkeit, überhaupt Existenzverleiht. „Als oben der Himmel noch nicht benannt, unten die Erde mit Namen nicht gerufen war," d. h. als beide noch nicht existierten; so lauten die bekannten Anfangsworte der babylonischen Kosmologie. In Aegypten wird der Sonnengott dadurch als sein eigener Schöpfer bezeichnet, daß er sich „seine Namen" selbst „gegeben" *) Vgl. Zu etimmu F. Perles in Orient. Lit. Ztg. 1914, 108 ff., auch 186. 233; zu lalrartu derselbe ebendort 1902, 244 f., dazu Ja-» strow, a. a. O. I 333 A. 4; zu chaitum und andern Bezugnahmen auf die Religion Aegyptens A. Errnan, Aegyptische Religion, Berlin 1906. 2. Aufl. 1909.

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