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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 63

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Israels Religion im Lichte der altorientalischen Geisteskultur
Date
1916-01-01
Page
Seite 63 (sequence 4)
Language
German
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— 63 Im A. T. erscheint diese Anschauung in einer Nüancierung, die sich übrigens auch aus der KKilschriftliteratur belegen läßt, daß die Seele des unbegrabenen Toten selber leidet. Darum die Sorge für Bestattung und Grabesruhe, die uns wie in Israel gleicherweise auch bei Phöniziern und Aegyptern begegnet. Verwandt mit der Vorstellung, bezw. dem Kult von Totengeistern ist der der unterirdischen Geistwesen, wie z. B. der Feldgeister/ die die Fruchtbarkeit eines Ackers gewähren oder vorenthalten; oder derer, die in Bäumen oder Quellen Hausen und sich hier dem Menschen auf mancherlei Weise kund tun. Sie sind der bäuerlichen Bevölkerung des ganzen Gebietes vom Euphrat an über Syrien und Palästina bis zum Nil hin bekannt gewesen und von ihr verehrt worden. Die Schaubrote im Tempel Jahwes wie in den babylonischen Heiligtümern und die auf den Feldern zurückgelassene Garbe, die das Deuteronomium für die Armen bestimmt, *) sind ursprünglich Darbietungen, die jenen Geistern gewidmet waren. Außer den genannten sind zahllose Pest- und Krankheitsdämonen der babylonisch-assyrischen Beschwörungstexte zu erwähnen, denen aus dem A. T. der Würgeengel Aegyptens oder, der „Verderber", welcher Davids Volkszählung rächt, sowie der „böse Geist", der den König Saul plagt, zur Seite treten. Noch ein später Psalmendichter spricht von der „Pest", die im Finstern schleicht, und der „Seuche", die am Mittag Verderben anrichtet. Und das Ritual des Versöhnungstages hat dem Asasel eine bleibende Stätte gewährt?) Diese dämonischen Mächte konnten auch im Menschen ihre Wohnung nehmen. Zauberer und besonders Hexen, die imstande waren, Dämonen und Totengeister zu zitieren, kannte man in Babylonien nicht weniger als in Israel und Aegypten. Der internationale Charakter dieser Materie zeigt sich auch darin, daß sich z. B. dämony Vgl. 5. Mos. 24, IS. 2) Vgl. zu den angeführten Beispielen des A. T.'s folgende Stellen: 2. Mos. 12, 28. 2. Sam. 24, 16. 1. Sam. 16, 14 Ende. .Ps. 91, 6. 3. Mos. 16, 8 ff.

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