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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1916-01-01
Page
Seite 51 (sequence 34)
Language
German
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51 Zum Schluß mögen noch folgende Schriften verzeichnet werden: I. Horowitz schrieb „Der Toleranz- -gedanke in der deutschen Literatur zur Zeit Moses Mendelsohns". Die Lektüre dieser preisgekrönten Schrift lei weiteren Kreisen bestens empfohlen. Von M. L. Wagner wurden „Beiträge zur Kenntnis des Judenspanischen in Konstantinopel" veröffentlicht. Die jüdischspanische Mundart ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, -eine etwas zartere Schwester des Jüdisch-deutschen. Wie unter den osteuropäischen Juden die deutsche Sprache in rührender Anhänglichkeit zu ihr als „jüdisch" bezeichnet wird — wenn unsere Antisemiten denken könnten und wollten, könnten sie darüber weitgehende Betrachtungen anstellen — so bezeichnen die sephardischen Juden ihre spanische Mundart mit judaismo. Es ist dies ein interessanter Beitrag zu der standhaften Liebe der Juden für Sprachen, denen sie Kulturgüter verdanken. Den viel mißachteten osteuropäischen Juden ist es zu verdanken, daß die Städte in Galizien, Polen, Litauen usw. noch jetzt -einen deutschen Charakter aufweisen. Diese Juden, denen die Aufnahme in die deutsche Kulturgemeinschaft mißgönnt wird, haben für die Erhaltung der deutschen Sprache im Auslande viel mehr getan als die „arischen" Deutschen. Dasselbe läßt sich auch von den spanischen Juden sagen, die in den vier Jahrhunderten, seitdem sie sich in der Levante angesiedelt haben, dieser ein westeuropäisches Gepräge gegeben haben. Die Erforschung der hebräischen Sprache hat in den letzten Jahrzehnten von Zeit zu Zeit durch neue Aufdeckungen eine große Bereicherung erfahren; sie hat zuweilen neue Elemente in sich ausgenommen, oder ihre Grundlage wurde wesentlich erweitert. So hat z. B. die ungeahnte Entwicklung der Assyriologie auf die etymologische Methode stark eingewirkt. Die Auffindung des ^größten Teils des Ben Sirach-Buches war ebenfalls für die hebräische Sprachforschung von großer Bedeutung. 4*

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