Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 32)
- Language
- German
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49 den Männern die Rede ist. Maimonides hat richtiger: „Ischut“ — „Von der Ehe". Dasselbe gilt auch vom Traktat „llsbamot" (eigentümlicherweise beginnt die Ordnung vom Eherecht mit'dem Traktat von den Leviratsehen), der von der Leviratsehe handelt, was doch nicht nur die zur Leviratsehe Pflichtig gewordenen Witwen betrifft. Trotzdem hat diese Bezeichnung noch immer eine Art von Berechtigung, da der erste Paragraph dieses Traktats von den Frauen spricht, die in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Levir stehen und deshalb der Leviratsehe unfähig sind. Man darf sich keine irreführende Eigenmächtigkeit erlauben, selbst um den Talmud zu „verbessern". — Ein beachtenswerter Beitrag zum talmudischen Recht liegt in der Monographie „Untersuchungen zur rabbinischen Lehre von den falschen Zeugen" von I. G. Horo v itz vor. Diese Studie ist auf gründlicher Beherrschung der Materie, vereinigt mit scharfsinniger juristischer Auffassung der talmudischen Rechtsprinzipien basiert. — Die „Monumenta hebraica“ sind weiter gediehen. Bon S. Krautz ist im fünften Band der „Monumente talmudica“ (Geschichte) der 1. Teil „Griechen und Römer" fortgesetzt ivorden. Auch die klassische „Bereovbit Babba"-Ausgabe, die I. Theodor besorgt, schreitet weiter vor; es ist nunmehr die achte Lieferung von diesem Werk erschienen. Mit der nachgeonäischen Epoche befaßt sich eine gediegene wissenschaftliche Arbeit von S. Poznanski: „Babylonische Geonim im nachgeonäischen Zeitalter" (erschienen in der Sammlung „Schriften der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums"). Diese Studie, zu der der Verfasser auch ungedrucktes Material benutzt hat, ist einem wichtigen Kapitel unserer Literaturgeschichte gewidmet. Es handelt sich um die Zeit nach dem Erlöschen des babylonischen Gaonats, die in der jüdischen Geschichtsschreibung ziemlich dunkel geblieben ist und einer Aufhellung bedarf. Der Verfasser, der dieses Gebietsehr gut beherrscht, schildert die Versuche, die nachher in Bagdad gemacht wurden, das Gaonat wieder erstehen zu lassen, wie er auch Aufschluß über ähnliche Versuche in 4