Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 20)
- Language
- German
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37 Kahlberg annimmt. Diese^ Meinung stützt sich darauf, Laß Bachja angeblich die Schriften des eigenartigen islamitischen Ethikers Algasali (geb. 1059, gest. 1111) gekannt und stark benutzt habe. Dies ist aber keineswegs sicher. Iahuda, der dies in seinen „Prolegomena zu -einer erstmaligen Herausgabe des Xitab al hidaja’ila fara’id al-qulub“. (1904) ausführlich begründet zu haben glaubte, kommt in der Einleitung zur Ausgabe des arabischen Originals (1912) zu einem anderen Ergebnis, indem er die Möglichkeit zugibt, daß Bachja und Algasali einen älteren arabischen Schriftsteller benutzt haben. Die Jahreszahl 1040 als Abfassungszeit des Buches -halte ich mindestens für sehr wahrscheinlich. Auf dem Gebiete der mittelalterlichen Religionsphilosophie bewegt sich auch die Arbeit vonA. Schneider: „Die abendländische Spekulation des 12. Jahrhunderts in ihrem Verhältnis zur aristotelischen und jüdisch-arabischen Philosophie", eine Untersuchung über die historischen Voraussetzungen des Eindringens des Aristotelismus in die christliche Philosophie des Mittelalters. Es ist oft genug'darauf hingewiesen worden, daß das philosophische Denken im Mittelalter im christlichen Abendland ganz erloschen war; es waren arabisch-jüdische Schriftsteller und Philosophen, die zuerst die griechische Philosophie aus dem Schutthaufen hervorgeholt haben. Eine andere Beeinstussung des Christentums durch jüdische theosophische Gedanken ging von der Kabbala aus, die bekanntlich auch von Reuchlin sehr hoch geschätzt wurde. Ueber dies Thema schrieb P. Pick: „The Cabala, its influence on Judaism and Christianity“. Die Spinozaforschung gehört zweifellos mit zur Wissenschaft des Judentums. Man hat schon in früherer Zeit, seitdem Spinoza nicht mehr als geächtet galt, aus die vielfachen Beziehungen seines philosophisch-ethischen Systems zum Judentum hingewiesen. Insbesondere -haben wir aus diesem Gebiete den gründlichen Forschungen M, Joels viel zu verdanken. In neuerer Zeit hat St. v. Dunin-Borkowski eine umfassende Arbeit über Lie. Quellen der spinozistischen Philosophie und Ethik