Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 19)
- Language
- German
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36 fleißige, und mit Beherrschung des Stoffes ausgeführte Arbeit, die eine Bereicherung der wissenschaftlichem Forschung auf diesem Gebiete bedeutet. Sehr gut ist die Gegenüberstellung der alttestamentlichen Gebete und der Hymnen der Babylonier und Aegypter. Vor etwa einem Jahrzehnt, als bei uns der Panbabylonismus blühte, wurde die babylonische Hymnenliteratur über Gebühr erhoben. Der Verfasser des vorliegenden Buches stellt alles im Licht der objektiven Untersuchung dar. /'-v Wul Dem Bericht über die religionsgeschichtliche Literaturdes letzten Jahres möge sich der über di^ philosophische anschließen. Eine wertvolle Sammlung von gediegenen Forschungen über Philo, die L. Treitel zu verschiedenen Zeiten veröffentlicht hat, ist anläßlich seines 70. Geburtstages erschienen: „Philonische Studien" (herausgegeben von M. Braun). Der Verfasser ist wie selten einer für die Philoforschung geeignet, da er die philosophischen Probleme des alexandrinischen Weisen ebenso gründlich, beherrscht, wie den umfangreichen Agadaftoff, auf dessen Verwandtschaft mit Philos Behandlung der heiligen Schrift schon vielfach hingewiesen wurde. Die Studien Treitels zeichnen sich auch durch große Klarheit undschöne Darstellung aus. Eine gute beachtenswerte Studie über den mittelalterlichenReligionsphilosophen Bachja ibn Pakudaveröffentlichte A. Kahlberg: „Die Ethik des Bachja ibn Pakuda". Die Schrift bietet eine präzise und umfassende Darstellung dieser in der jüdischen Religionsphilosophie eigenartigen, dem Judentum im Grunde fremden Ethik der Askese. Ich möchte nur die Angabe des Verfassers bezüglich des- Zeitalters Bachjas bemängeln/ Eine handschriftliche Notiz besagt, daß Bachjas volksethisches Buch „Herzenspflichten" im Jahre 1040 geschrieben wurde. Das kann: durchaus richtig sein, da Bachja Gebirol nicht erwähnt, was allerdings nicht als strikter Beweis dafür gelten darf, daß Gebirol nach Bachja gelebt habe. Aber ebensowenig ist die Behauptung begründet, daß dieser Religionsphilosoph im' 12. Jahrhundert gelebt' habe, was auch