Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1916-01-01 · 19 (1916) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
19 (1916)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1916-01-01
Page
Seite 28 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3111067-3111104-3116905--5204-3116969
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

28 Einen Beitrag zur Textforschung gibt P. Capelle: „Le Texte du Psautier Latin en Afrique.“ Von dem großen Werk A. B. Ehrlichs „Randglossen zur hebräischen Bibel" ist jetzt der Schlußband erschienen, der Bemerkungen zu den fünf Rollen, zu den Büchern Daniel, Esra-Nehemia und der Chronik enthält. Indem ich den Abschluß dieser Arbeit erwähne, möchte ich dabei den Wunsch aussprechen, daß der schädliche Einfluß, den diese Scheinkritik auszuüben begann, recht bald überwunden sein möge. Wer sich mit diesen Glossen eingehend beschäftigt, wird staunen, daß Derartiges überhaupt ernst genommen werden konnte. Was auf angeblich syntaktischen Regeln fußt, stimmt in den seltensten Fällen. Davon kann man sich auch ohne gründliche Kenntnis des Hebräischen überzeugen, wenn man sich die Mühe nimmt, — und das kann man doch von jedem Bibelforscher verlangen —• die Konkordanz nachzuschlagen. Eine literargeschichtliche Arbeit über das Hohe Lied liegt in der Studie „Die Bearbeitungen des Hohen Liedes im 17. Jahrhundert" von M. Goebel vor. Unter dem Gesamttitel „Die Weisheitsbücher des Alten Testamentes" hat N. Peters das biblische Buch „Die Sprüche Salomos" und die beiden apokryphischen Bücher, „Die Sprüche Jesus Sirachs" und „Die Weisheit Salomos" in schöner deutscher Uebersetzung mit Einleitung und Bemerkungen als Volksbuch herausgegeben. Der Verfasser, ein katholischer Theologe, tritt im Vorwort zu diesem Buche mit großer Wärme für diese drei Bücher der Spruchdichtung ein, deren Wert man in der letzten Zeit herabzusetzen versucht habe, und man wird ihm darin völlig beistimmen können. Bemerkenswert ist auch, was er von der Bedeutung des Alten Testaments im Christentum sagt, Man werfe der Tochterreligion vor, sie sei im ganzen aus das Jenseits gerichtet und zeige gar kein Verständnis für das Leben. Demgegenüber meint Peters, daß das Christentum nicht nur auf dem evangelischen Schrifttum begründet sei, sondern auch auf dem Alten Testament, und in diesem finde man soviel für das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.