Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 10)
- Language
- German
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27 In neuerer Zeit hat man sich diesem Problem, der Zusammensetzung der Reden Jeremias, mit großem Jnter- 'esse zugewandt. Die griechische Uebersetzung weist bekanntlich in der Anordnung der Weissagungen gegen den masoretischen Text eine weitgehende Verschiedenheit auf. Einige Stücke gelten jetzt als viel jünger. Als abgeschlossen können die Untersuchungen darüber nicht gelten. Vom prophetischen Buch Jeremia und den Klageliedern, die seit der ältesten Zeit als von Jeremia stammend gelten, hat A. W. Streane einen sorgfältig revidierten Text mit Anmerkungen und Einleitung herausgegeben: „The Book of the Prophet Jeremiah together with the Lamentation s.“ Das umfassende Werk von I. Hastings „The greater men and women of the Bible“ ist bis zum 4. Band gediehen. Dieser enthält die Zeit von Hiskia bis zum Abschluß der Sammlung der prophetischen Bücher. Neben den prophetischen Büchern hat im letzten Berichtsjahr das Psalmenbuch eine vielfache Bearbeitung erfahren. Auch dies kann man als ein bedeutsames Zeichen der Zeit ansehen. Zweifellos findet die heilige Schrift immer größere Verbreitung, und zwar nicht in dem Sinne, daß man sich das Buch der Bücher anschafft und talismanartig aufbewahrt,: sondern daß man es liest und zu verstehen sucht. Daß die Psalmen eine große Anziehungskraft auf für religiöse Lyrik empfängliche Naturen ausüben, ist nicht zu verwundern. Ich will hier die neuen Arbeiten verzeichnen, soweit sie mir zu Gesicht gekommen sind. Die Psalmenübersetzung von Schlögl in der großen katholischen Bibel hat hiex bereits Erwähnung gefunden. R. Kittel hat von seinem großen Buch über die Psalmen eine Volksausgabe veranstaltet, die bloß die deutsche Uebersetzung enthält. Die Schrift („Die Psalmen Israels") liegt in schlichter, aber hübscher Ausstattung vor und verdient weite Verbreitung. Eine Auswahl veranstaltete K. Budde: „Die schönsten Psalmen", übertragen und erläutert, und unter dem etwas bizarren Titel „A Mirror of the Soul“ veröffentlichte I. Vaughan eine Studie über das Psalmenbuch.