Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 19 (1916)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5675
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3 von ihnen sind schon verwundet, gefallen. Alle Regierungen Haben den Mut und die kriegerischen Verdienste der jüdischen Soldaten anerkannt. Wie uns eine gütige und zuverlässige Mitteilung vom 7. Oktober berichtet, haben mindestens 4000 von ihnen das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten — weit über den Prozentsatz des jüdischen Elementes in Deutschland hinaus; um so rühmlicher, als die Auszeichnung bei den Juden fast nur, außer den Aerzten, Unteroffiziere und Gemeine betraf, die im allgemeinen jene weit seltener erhalten, -als die Offiziere. Eiserne Kreuze I. Klaffe, die bei Nicht- Ofsizieren sehr selten, sind bis zu jenem Datum, so viel man weiß, zwölf Juden zuteil geworden. Endlich hat man auch mit dem lange gehegten Vorurteile gebrochen, den Juden den Offizierrang vorzuenthalten. Gewiß eine erfreuliche Tatsache, die aber zum größten Teil ldurch die Tapferkeit der jüdischen Streiter erklärt wird. Im ganzen sind von ihnen, so weit man bis zum Anfang Oktober wußte, 286 Offiziere geworden. An der Spitze steht das hierin immer vorurteilsfreie bayerische Oberkommando, Has, obwohl es nur über den elften Teil der deutschen Streitkräfte verfügt, 80 Juden zu Offizieren beförderte; dann kommt, verhältnismäßig zu seiner Bevölkerungszahl, Preußen mit 190; hierauf Württemberg mit 10. Am ungünstigsten 'schneidet wieder Sachsen ab, das sich lange Zeit hindurch der Ernennung jüdischer Offiziere grundsätzlich widersetzte, erst jüngst, gezwungenermaßen, mit sechs eine Ausnahme gemacht hat. Die Hauptsache ist, daß die Israeliten wieder in größerer Anzahl ihren Einzug in das deutsche Offizierkorps gehalten Haben. Nirgends haben sich, den Kameraden oder den Untergebenen gegenüber, die oft vorhergesagten Unzuträglichkeiten herausgestellt, und so steht zu hoffen, daß der früher von uns aus Gründen der Gerechtigkeit sowie der sozialen Gleichberechtigung so schmerzlich bekämpfte Uebelstand der Ausschließung der jüdischen Militärs vom Offizierkorps gründlich und für immer beseitigt ist. Von vorurteilsvoller Seite ist den Israeliten zum Worwurf gemacht worden, daß sie sich in übergroßer Zahl M den kaufmännischen und juristischen, also gefahrlosen Stellen der militärischen Verwaltung gedrängt hätten, 1*