Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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251 „Bravo! Uebrigens Sie kennen ihn ja wohl schon von seiner Heimat her, der Heimat unserer „Flora?" „Ich habe ihn dort im Hause seines Vaters zunächst kennen gelernt..." „Apropos, sein Vater! Soll ja, ein ganz merkwürdiger famoser alter Jude sein". „Das ist er, Herr Baron. Ein Prachtmensch von altem Juden!" „Mein Sohn spricht von ihm auch nur mit der Begeisterung, die man für biblische Patriarchen hegt. Er war mal mit Egon, seinem Jugendfreunde, einige Tagn dort zu Gaste und konnte nicht genug Rühmens machen von der schlichten, bescheidenen innern Würde dieses Judenhauses, mit seiner wohlerworbenen Zufriedenheit, seinen freundlichen Eigentümlichkeiten und Gebräuchen, seiner eigenartig - delikaten Küche, die die Frau selbstbereitete . . . ." „Das Eisenbergersche Ehepaar gilt als die Zierde des ganzen Hüttenbezirks . . ." „Also, die Zierjuden von Peiskretscham, Flora-Hütte, Mariengrube, Laurahütte und so fort ins Unendliche . . jetzt begreife ich erst, warum mein Sohn damals nur fürs Koscheressen schwärmte ..." er lachte mit seinem liebenswürdig-behaglichem Lachen, „von dem er so viel erzählte, daß einem das Wasser im Munde zusammenlief, so was von Barches und Mürbekuchen und polnische Karpfen und Schalet, ja wahrhaftig' Schalet .... Von diesem Gericht behauptete er, daß sogar der Heine es schon besungen hat. Na, dieser Heine! . . . ist, glaub' ich, nicht gut akkreditiert bei Hofe ..." „Mit dem Schalet hat er aber doch Recht, Herr Baron! Ich hab's selbst einmal bei Eisenberger ausprobiert ..." Der Baron lachte jetzt ganz herzlich „Na probieren geht jedenfalls über studieren . . . Erfahrung ist lehrreich. Das dachte wohl auch mein Junge, denn die ersten Anregungen für die Wahl seines Berufes hat er auch da unten bekommen. Als er voir