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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 247 (sequence 56)
Language
German
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247 „Jetzt aber muß ich Dich doch verlassen, so neit dieses Plauderstündchen bei Dir auch war. Und betreff des Festes bleibt es bei unsern Verabredungen ..." „Es soll Alles genau nach Deinen Wünschen angeordnet werden." „Des bin ich sicher, liebes Kind" ... er küßte nochmals chevaleresk ihre Hand, „und, wie bringst Du den heutigen Abend zu, an dem ich eine Sitzung habe?" „Ich werde mit Egon in die Oper gehn!" . „Also, dann auf Wiedersehn!" „Auf Wiedersehn, lieber Martin!" Es war am Tage vor dem Laubhüttenfest. Die Felder waren bereits abgemäht. Ueber dem ländlichen Bilde ruhte der Anhauch der Reife, des Segens, der den herbstlichen Landschaften ein so innerliches Gepräge der Erfüllung gibt. An den Wegsäumen der Landstraße prangten die Ebereschen mit ihren tiefroten Beerenbüscheln, in den kleinen Gärten vor den Arbeiterwohnungen und den Gärtchen der Einwohner standen Georginen, Astern und anderes Herbstgeblüh in - den sattesten, buntesten Farben, und stolz wendeten die grell gelben Sonnenblumen ihre hochgetragenen Häupter der Sonne zu. Bäume und Strauchwerk trugen schon die Herbstfarben des Vergehens, und über die Gartenhecken ragten die Eisbeernbüsche hinüber, den Wechsel der Jahreszeit symbolisch kündend. In den Gemüsebeeten lugten aus welkem Laub dicke Kürbisse und Gurken hervor, und die blauroten Kohlköpfe verhießen eine reiche Ernte. Zeit der Erfüllung! Zeit des Segens! In der Sukke (Laubhütte) von Josef Eisenberger empfand man das dankbaren Gemütes. Dort saßen Vater, Sohn und Enkel zusammen und freuten sich der geschmückten Hütte, in die durch das Tannengrün der Bedachung der abendliche Himmel hineinlugte mit Mondesglanz und Sternenschimmer. Der Geheimrat und Egon waren am Vorabend der morgigen

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