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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 248 (sequence 57)
Language
German
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248 Jubiläumsfeier aus der Florahütte eingetroffen, um so das Sukkotsest mit den Eltern einweihen zu können. Mit Ketten aus farbigen Papierstreifen war die Laubhütte dekoriert. Vergoldete Aepfel und Nüsse hingen an bunten Fäden herab und Guirlanden aus lila Heidekraut und den letzten sprießenden Feldblumen, rotem Mohn und Federnelken zogen sich durch den kleinen Raum, dessen Fußboden mit gelbem Sand dick bestreut war. Eine Hütte sollte es sein, ganz in Wahrheit, ganz in Schlichtheit und Urwüchsigkeit. Von der Decke herab hing ein großer goldgelber Kürbis, wie ein Kronleuchter, und der Tisch war mit seinem Linnen bedeckt, daraus die für die Zeremonie bestimmten Gerätschaften. Josef Eisenberger würde Kidusch machen und den Wein aus dem hohen silbernen Becher trinken, den sein Sohn ihm zum siebzigsten Geburtstag geschenkt hatte. Ein Prunkstück kunstvollster Arbeit der Renaissancezeit. Und die Mauzzeh würde er über die Barches machen, von denen ,,Sarah sein Weib" Challe genommen hatte, und die unter einer wundervollen Barchesdecke des Segensspruches harrten. Einer sehr kostbaren Handarbeit ihrer Schwiegertochter. Aus weißer Seide angefertigt mit zwei goldgestickten Löwen, die die Gesetzestafeln hoch emporhielten. An dieser Tafel nahmen die Eltern mit Sohn und Enkel das Mahl ein. Es bestand aus den für solche Abende üblichen Gerichten. Suppe, Fisch, Braten und den delikaten Barches. Das Brot der Freude bei den Juden. Die Speisen mundeten allen vorzüglich. Frau Sarah hatte sie mit Liebe bereitet. Dem Geheimrat stieg plötzlich das Bild der Festtafel auf, die am nächsten Abende die Jubiläumsfeier der Flora-Hütte in seinem Hause beschließen würde, deren offizieller Teil Morgen Vormittag aus der Grube stattfinden sollte. Mit allem Gepränge, großen Kundgebungen und Feierlichkeiten. Die Arbeiter würden einen festlichen Umzug veranstalten, dem eine kirchliche Feier folgen sollte in der hübschen, neuerbauten Kirche, die seitab der Gebäudeanlagen sich erhob, die die Arbeiterwohnungen bildeten. Dann würde die Stiftungsurkunde verlesen werden, die

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