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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 246 (sequence 55)
Language
German
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— 246 Judentaufen sind verächtlich! Die Renegaten haben sich» nie großer Achtung erfreut. Nicht bei Juden und nicht: bei Christen. Ich lebe so viel unter ihnen, unter den Besten und Vornehmsten, Dank unserer Gutsnachbar-- schaft mit den Rettlingshausen. Ich weiß wie sie darüber: denken. Der prachtvolle, alte Herr und mein Jugendfreund Arnulf, dieser einzige Mensch und noch manche andere! Ich habe dort manches gelernt und bin auf mein traditionelles Judentum so stolz, wie sie auf ihren, feudalen Geburtsadel. Meine Mutter ist eine geborene Lehmann aus Frankfurt am Main, und mein Vater? t Ja, Herr Geheimer Kommerzienrat, man ist schließlichdoch auch wer! Und daß Du Deine Bilder einmal dem. Museum stiften wirst, und zur Wilhelmsspende so vielgibst, daß Du Senator wirst, hat meine vollste Zustimmung. Ich kaufe mir später schon andere Bilder .." „Das hat er wirklich Alles gesagt?" . . . tiefe- Rührung war in ihrer Stimme, „auch das . . . dasvon den Lehmanns?" „Auch das! Beurteilt er nun das Gelderwerben richtig?" fragte er mit leicht ironischem Lächeln. „Er stammt doch auch wirklich aus sehr guter Familie! Keine Kleinigkeit! Die Lehmanns ... ja, die Lehmanns ..... von allen Seiten ist es großer „Jichus" ... „Jüdischer Hochadel, mütterlicherseits" . - . lachte ersetzt vergnügt und streichelte ihre feine, weiße Hand, bevor er sie an seine Lippen zog. „Verschwägert sind wir auch wirklich mit allen, in Wien und London und Brüssel und Paris ..." „Und Geld haben sie auch alle . . ." neckte er sie in glücklichster Laune ... „Ja, wirklich, Martin! Und laß Egon nur ausgeben so viel er will!" „Wird besorgt werden!" Damit war das Gespräch in ein leichteres Fahrwasser gekommen und er erhob sich. _

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