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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 242 (sequence 51)
Language
German
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242 Feste sie mit sich bringen. Wir brauchen zu ihrer vollständigen Reconvaleszence jetzt nur Ruhe . . Jenni sah sehr wehmütig aus und mit vor Rührung bebender Stimme sprach sie: „Die gute, liebe Mama! Und daß Papa diesen Tag nicht erleben durfte! . . Tränen traten in ihre Augen und erst nach einer Weile fragte sie ganz leise: „Und Deine Eltern, lieber Martin? . „Auch sie werden nicht anwesend sein" antwortete er ernst . . . „damit haben wir modernen Juden zu rechnen, unsere neuen Richtlinien entfernen sie äußerlich von uns, und wir müssen zufrieden sein und fest daran halten, wenn dies nicht auch innerlich der Fall ist. Echter Pietät, treuer Liebe und innigem Verständnis ihrer Wesens- und Eigenart wird dies stets gelingen. Und der Toleranz, die wir von ihnen verlangen, müssen wir die entgegenbringen, die sie zu beanspruchen berechtigt sind, das heißt: sie gewähren lassen, sie zu nichts überreden, ihnen nichts aufzwingen, was ihnen fremd ist und bedrückend wäre. Ich habe meines Vaters Antwort nicht anders erwartet, wie sie ausgefallen ist, als ich vorgestern bei den Eltern war. Als ich ihn fragte,,wollt Ihr uns denn die Freude durchaus nicht bereiten und zu dem Feste kommen, an dem Ihr doch einen so großen Anteil habt'... antwortete er: , Was wird Dir eine Freude bereiten was mir macht eine Pein und Sarah mein Weib, erst recht? Wir gehören nicht dahin zu alle diesen feinen Leuten und vornehmen Gojim. Ich will mich mit meiner Jüdischkeit nicht hinstellen vor die Menschen 's Käppchen auf dem Kopf, und mich prahlen mit meinen Geboten und Gebräuchen, und se sollen nich fragen wer ich bin und wer Sarah mein Weib ist? Und dann werden sie mich loben, daß ich halt an die Gesetze von Mosche Rebeinu, und ich brauch nich ihr Lob, denn ich tu's für mich und nich für jene, daß sie sich wundern und manche sich darüber ausspotten. Ich will nich sein ein Zuschauer und ich will nich sein ein Schaustück. . ,Du bist mein Vater' erwiderte ich ihm, aber er gab mit der ihm eigenen Klugheit zurück: ,ich bin Dein Vater in Peiskretscham und ich bin Dein Vater in Berlin, aber mehr

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