Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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241 „Es wird mir eine besondere Genugtuung gewähren, in diesem Geiste die mir erteilte Aufgabe auszuführen". Damit empfahl er sich von dem Ehepaar. Und in diesem Sinne wurde die Einrichtung in dem prachtvollen Hause des Geheimrats zu einer der künstlerisch wertvollsten, interessanten und eigenartigsten Schöpfungen des modernen Berlins. Dabei hatten beide, bei der Ausstattung einiger, nur dem vertrautesten Freundeskreis sich erschließenden Zimmer, sich noch besondere Rechte einer intimen Note Vorbehalten. Dazu gehörte neben seinem Rauchzimmer der Teeraum. Ein kleines, rundes Gemach, dessen Wände mit goldgelben: Atlas dekoriert waren und köstliche Porzellane aller Arten und Zeiten, vor allem seltene Teeservice barg. Frische Blumen in reizenden Arrangements und verschwenderischer Fülle vollendeten den entzückenden Gesamteindruck. Und in diesem Teezimmer berieten Eisenbergers jetzt die Einzelheiten des großen Festes, das sie demnächst geben wollten zur Jubiläumsfeier des 26 jährigen Bestehens der Flora-Hütte. Die Liste der Einladungen hing von dem gewissermaßen offiziellen Anlaß des Festes ab. Eisenberger las sie mit sichtlicher Befriedigung seiner Frau vor. „Eine ganz stattliche Gesellschaft", lächelte er, „es kommen nun noch die Einladungen an unsere Verwandten und vertrauten Freunde dazu ..." Sie blickte ihn erwartungsvoll an . . . „Von Deiner Familie dürfen wir wohl Deine Londoner Brüder von der Firma Lehmann Brothers Elisch & Beer erwarten. Ich hoffe, Dein Schwager Elisch kommt nicht ohne Deine Schwester Judith; aus Brüssel wird Goldschmidt kommen und aus Wien der Generalkonsul Berthold v. Rothschild, dessen Pariser Neffe mit Gattin, wie ich sicher annehme, auch nicht fehlen werden. Wie bedauerlich, daß Deine verehrte Mutter nicht kommen kann, weil es der Arzt durchaus nicht zugiebt. Ich habe mich mit ihm direkt in Verbindung gesetzt und er antwortete mir: ,das Befinden Ihrer Frau Schwiegermutter ist jetzt so gut, daß ich sie nicht neuerdings Unruhen und Aufregungen aussetzen will, wie Reisen und 16