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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 239 (sequence 48)
Language
German
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239 Der junge Baron hatte mit bestem Dank, Egon mit herzlicher Umarmung von den Großeltern sich verabschiedet. Dann bestiegen sie das Auto, wobei Arnulf sich neben den Chauffeur plazierte. Egon nahm einen Platz im Innern des Gefährtes ein und schließlich erschien der Generaldirektor, von Frau Sarah unter tiefen Knixen zum Wagen geleitet, hinter ihnen Josef Eisen- Lerger im schwarzen Rock und einen Zylinderhut von ehrwürdig altmodischer Form. Etwas schwerfällig stieg er in das Auto ein, das ihm eine ungewohnte Fahr- * gelegenheit war, und setzte sich an die Seite des Generaldirektors. „Soll ich leben", kreischte Schlaume auf, „den Jotttefzylinder hat er auf'n Küpp und in ä Automobileh fährt er äweg . . . Posche Jisrol!" Martin Eisenberger und seine Gattin saßen im Tee- Zimmer des mit vornehmstem Luxus ausgestatteten Hauses, das er seiner Frau geschenkt hatte, als er vor einigen Jahren zum Geheimen Kommerzienrat ernannt worden war. Mit verfeinertem Geschmack hatten sie beide bei der Ausstattung dieser herrlichen Räume mitgewirkt und mit dem Architekten Dr. ing. Selten, dem der Auftrag geworden war, das Arrangement zu treffen, hatten sie, trotz 'allen Vertrauens, das sie in seine künstlerische Persönlichkeit setzten, mit ihm doch ihre eigenen Ansichten, ihre persönlichen Wünsche, ihre Neigungen für eine gewisse individuelle Geschmacksrichtung vielfach besprochen und ihn gebeten, daraus Bedacht zu nehmen, ohne Einschränkung seiner eigenen Ideen. Dem Geheimrat und seiner Frau lag daran, daß neben aller ihm unbeschränkt gewährten Möglichkeiten in der Großartigkeit der Einrichtung, doch ein Geist des Behagens, des Feinbürgerlichen, des Gemütlichen, über dem Ganzen ruhen sollte. „Nichts Auffallendes, Protziges", hatte Frau Jenni Zu dem Raumkünstler gesagt.

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