Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 236 — -recht des Glückes durchdrang sie ganz. Ihrer harrten, daheim angelangt, immer Überraschungen, die von den Großeltern für sie ausgedacht wurden, und immer fand der Gast im Althergebrachten Neues, was ihn interessierte oder erfreute. Hatte Eisenberger eine Flasche ganz alten, feinen Tokaierwein aus dem Keller heraufgeholt, so konnte man sicher sein, daß Frau Sarah irgend eine ihnen unbekannte, leckere Speise dazu servierte. So hatte sie einmal Hefencklöße aufgetragen, für deren Verdauung sein „Sliwowitz" -als unfehlbares Mittel sich erweisen sollte. „Sicherer als „Vierstern-Hennessy?" lachte Egon. „Was is das?" fragte der Großvater. „Auch ein Schnaps!" Schon am dritten Tage ihrer Anwesenheit meinte Sarah, als sie neben ihrem Mann vor der Tür sitzend ihre Gäste, die bei Direktor Ewald einen Besuch abstatteten, erwartete: „Sollten wir sie nicht einladen, noch über Schabbes hierzubleiben? Sie sind doch so gemütlich und lustig und so gar nicht geniert . . ., und se stören uns doch gar nicht, und wir können es uns doch vergönnen ..." „Und Dir machen se doch ä bischen Müh' . . ." „Nich de Spur! Wegen meiner kennten sie noch ä Woche hier bleiben ..." „Du vergeht, daß übermorgen Freitag is . . ." „Wie kommt das zu dem . .?" „Da sollen se heimfahren! Es muß alles sein Grenz' haben! Und wenn er auch noch ä so liebenswürdig is, ü Schabbesstub' paßt nich für ä Goj!" „Un grad' wollt ich Scholent machen!" „Mach' ihn for uns, Sarah, mein Weib!"