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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 229

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 229 (sequence 38)
Language
German
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229 Hingen dann weiter ins Städtchen, um andere Dinge zu erledigen und nahmen auf dem Heimweg die Pakete mit, die inzwischen für sie fertiggestellt wurden. An Wochenmärkten, die Dienstag und Freitag stattfanden, an Tagen vor bestimmten Feiertagen, wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und so weiter, und gar an den Jahrmarktstagen mit anschließendem Pferdemarkt, sah es auf der Straße aus, wie eine wahre Völkerwanderung." Nachdenklich und ohne ihn zu unterbrechen folgte der Baron der Schilderung seines Freundes. „Und gab es nur dieses eine Geschäft im Orte?" „Ach nein! Es sind noch verschiedene da, aber Großvaters war so gewissermaßen das bedeutendste und erfreute sich schon von altersher großen Vertrauens. Gute Ware und reelle Bedienung war der Wahrspruch der Firma schon zu Zeiten, als es noch keine Flora-Hütte und große Bergwerksanlagen hier herum gab. Dieses Vertrauen erhielt und steigerte sich, als dann bekannt wurde, daß Josef Eisenbergers Sohn die Flora-Hütte und alles, was damit zusammenhing, gegründet hatte. Der Zuspruch wuchs mit dem Anwachsen und der stetigen Erweiterung dieses Hüttenbezirkes. Das ganze Oertchen profitierte davon, und als mein Großvater sich dann nach unermüdicher Tätigkeit zur Ruhe setzte und sein Geschäft völlig uufgab, nicht etwa verkaufte, was ihm vielfach zu glänzenden Bedingungen angeboten wurde, da verteilte sich seine Kundschaft auf die übrigen und Wohlstand zog in die Häuser aller dieser kleinen Geschäftsbetriebe. Das ehemalige Warenhaus heißt aber bis heutigen Tages: Die Eisenbergersche Eck. Der ganze Ort, der übrigens erst seit einigen Jahren zur Stadt erhoben wurde, blühte rasch empor und draußen vor den Toren wirst Du schon hübsche, nette Villen sehen, die sich die „Kaufleute" erbauten, neben den Villenanlagen, die von der hohen Beamtenschaft der industriellen Unternehmungen errichtet wurden." „So eine Entwicklungsphase ist wirklich interessant und bietet viele Anregung für soziale und wirtschaftliche Beobachtungen."

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