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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 228

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 228 (sequence 37)
Language
German
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228 „Ae wirklichen Baron?" Rascher als es sonst seine Art war, ging er davon und binnen kurzem erfuhr dev Markt und die Gassen die seltsame Neuigkeit. Das war einmal ein interessantes Gespräch für den jetzt mächtig hereinbrechenden Sommerabend. Ganz Peiskretscham wunderte sich! Frau Sarah Eisenberger aber ging in die Küche und sorgte, daß die polnischen Karpfen und die gefüllte Kalbsbrust für das Abendessen gut gerieten. Auf dem Spaziergang gab Egon seinem Freunde Aufschlüsse über die Ortschaften und die Lage der Hüttenbezirke, die jene einst so einsame Gegend, jene dürre Erde zu industrieller Bedeutung gebracht hatten. , Als sie aus den engen Gassen des Städtchens, nachdem sie den „Ring" durchquert hatten, herauskamen unddie Feldraine und Kartoffeläcker vor ihnen lagen, sagte er: „Ring nennt man in den kleinen oberschlesischen Oertchen den Marktplatz, von dem aus das gesamte geschäftliche und gewerbliche Leben sich ausbreitet in die kleinen Nebengäßchen. Wir kamen aus einer dev Judengassen, deren zwei auch auf den Ring münden. Am Ende der breitesten und vornehmsten, durch die wir eben kamen, steht meines Großvaters Haus und von dort aus führt der Weg durch die Felder nach der Flora-Hütte. Alles, was da wohnt, lebt, arbeitet, muh durch diese Gasse in die Stadt hinein und zum „Ring", kommen, um zu besorgen, einzukaufen, zu bestellen, was ihnen zum Lebensbedarf nötig ist. Großvaters, und früher schon seines Schwiegervaters und noch weiter zurück, von dessen Eltern begründete Gemischtwarenhandlung, die bei den Bauern und den Bewohnern des kleinen Marktfleckens und umliegender Dörfer sich von jeher eines guten Zuspruches erfreute, wurde nach dev Gründung der Flora-Hütte eine wahre „Goldgrube", wie mein Vater immer sagte. Alle Leute kamen zunächst an der Geschäftsecke von Eisenberger vorüber. Dort machten sie ihre Einkäufe jeglicher Art für die ganze Woche„

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