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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 224 (sequence 33)
Language
German
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224 Gestern am Abend, bevor sie zur Ruhe gingen. Undals sie schon im Bett lagen, wiederholte sie nochmals in beschwörendem Tone: „Nimm Der zusammen, Josefleben, tu's mir zulieb. Es geht als nich, wenn Du so daher redst, wie Du's gewohnt bist unter unsere Leit'. Er werd Dir nix verstehn, der Herr Baron Arnulfleben. Wir müssen hochdeutsch mit ihm reden, sonst weis er als nichts, was Du ihm sagst. Unser Loschen is für ihn wieä fremde Sprach, als ob Du französisch zu ihm redst. Egon find' sich auch schwer zurecht, wenn Du Dir so gehen läßt. Hemt geht das nich mehr, wie in unsere Jugendzeit, heint spricht der Jud so wie der Goj. Erinner' Dich nur, wie'unser Martin zu gesund sich immer hat gekränken, wenn mein Vater, Sich row le wroche ihn hat ,Mechje' gerufen, und Mechje gilt doch sogar auf der Polizei für Martin." Das Argument verfing, und ihre tiefsinnige, belehrende Rede hatte ihn überzeugt. Er versprach hoch und heilig sich „nix gehen zu lassen", hierauf übten sie noch die Ansprachen ein, die sie ihrem Gaste halten wollten, und 'schliefen mit den besten Vorsätzen, das Jidisch-Deitsch zu vermeiden, während ihre Gäste bei. ihnen waren, ein. Den Schlaf der Guten und Gerechten. Vortrefflich war denn auch alles gelungen. Arnulf und Egon waren voll jugendlicher Fröhlichkeit und Liebenswürdigkeit. Arnulf fand die „gute Stube" einfach entzückend in ihrer biedermeierlichen Behaglichkeit. Allesbewunderte er. „Das ist stilrein", rief er ein über das andere Mal aus, „diese hochbeinigen Möbel mit diesen blumigen Ueberzügen und diese Häkeldecken auf Sofa und Stühlen, und dieser runde Tisch mit der schönen Weißen Filetdecke, wirkliche Handarbeit, filet antique nennt man es heute, aber das ist alles kopiert, nachgemacht, eine Renaissance der Biedermeierzeit, während hier alles ursprünglich ist, aus selbst erlebten Zeiten . . , feudal!" „Er sprecht auch ä bischen viel fremde Wörter", flüsterte Eisenberger seiner mit ihm etwas abseits stehenden Frau zu. , '

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