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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 223

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Die Eisenbergers
Date
1915-01-01
Page
Seite 223 (sequence 32)
Language
German
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223 Las, wenn ihm auch fremde, so doch sympathisch anmutende und interessierende Milieu hineingefunden. Wie er mit tiefer Verneigung Frau Sarah die Hand küßte und mit kräftigem Händedruck sich Josef Eisenberger vorstellte: „von Rettlinghausen", hatte er mit einem Schlage die Herzen seiner Gastfreunde erobert und jede Aengstlichkeit und Befangenheit, die besonders Leim Handkuß sich der alten Dame zu bemächtigen drohte, vollständig gebannt. „Gar nich stolz is er und eingebildet", hatte Sarah, als sie dann ins Haus traten, ihrem Manne zugeflüstert, „nichts von Baron hatte er gesagt und von Arnulf, .ganz poschet „von Rettlingshausen" ..." „Das ist unter die feinen Leute, die Adligen, so Mode, man sagt einfach: „von Eisenberger" . . . wenn man sich vorstellt." „Siehste Du, Josefleben, alles weißt Du als ..." „Warum soll ich's nich wissen, ich hab's oft genug gesehn auf'm Pferdemarkt in Tost, wenn se ä Pferd besehen von alle Seiten: „von Guradze" . . „von Richthofen", das war alles. Und dann schüttelten sie sich die Händ' und waren bekannt geworden." Die jungen Leute waren inzwischen durch das Haus -gestürmt und nahmen in fröhlichem Eifer Besitz von den ihnen angewiesenen Zimmern. „Nein, ist das nett und behaglich bei Ihnen, geehrter Herr Eisenberger", sagte Rettlinghausen, „ich kann Egon nicht genug danken, daß er mir die Erlaubnis erwirkt hat, ihn zu seinen Großeltern zu begleiten ..." „Es ist uns eine große Ehr', Herr Baron, und meine Frau und ich wer'n glücklich sein, wenn es Ihnen bei uns gefallt ..." „Und Sie vorlieb nehmen mit unserer bescheidenen, einfachen Häuslichkeit . . ." Gott sei Dank, die Ansprache, die sie sich für einen -geeigneten Moment einstudiert hatten, war runter vom Herzen. Und jetzt gaben sie sich auch ganz schlicht und ohne Zwang, nur in bezug auf den Konversationston und den Jargon nahmen sie sich aufs äußerste zusammen. Darum hatte Sarah ihren Mann aufs innigste gebeten.

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