Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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KKMWMHWFDWWWDWUWWWWWWWMWNWMWWMWDZWx» — 220 — Zaun stand mit der Gießkanne in der Hand, um die Blumen zu begießen, eine Tätigkeit, der er sich jeden Morgen unterzog. Fürsorglich, zufrieden, emsig, in echter Rentnervergnügüchkeit. Heute schien dem Nachbar neu und befremdlich, was er sonst täglich sah, und neugierig spähte er nach weiteren Entdeckungen aus. „Was gibt's Neues, Herr Eisenberger?" „Was wird's Neues geben? Krieg haben wir nich, gelobt zu Gott, und Pleite gegangen is auch keiner nich, und hier bei uns um die Eck' wissen wir weniger, als die andern Balbatim und Ihr erst recht, was doch täglich den „Oberschlesischen Wanderer" liest. Gebt's dort etwas Neues?" Er markierte ebenfalls volle Gleichgültigkeit, denn seine Frau hatte ihn gebeten, nichts verlauten zu lassen von dem erwarteten Besuch, damit nicht vorzeitig die ganze Khille in Aufregung versetzt würde. Das sei nicht „vornehm", hatte sie gesagt. Und er sollte „vornehm" sein und ihrer Mahnung: „Josef nimm Dir zusammen", Nachkommen. Wenn er sich auch innerlich darüber lustig machte, so sah er ein, daß sie im Grunde recht hatte und man sich nicht gehen lassen dürfe, vor „jennen". Er tat also sehr reserviert gegenüber Saul Flickschuster, was diesen aber nicht hinderte, durch die geöffnete Haustür und die blitzblank geputzten Fensterscheiben zu beobachten, daß Frau Sarah und die Magd eifrig mit Zurüstungen innerhalb des Hauses beschäftigt waren. In der Tat war es auch so. Die Gastzimmer wurden hergerichtet. Gelüftet, abgestäubt, die Möbel hin und hergerückt, obwohl in dem stets wohlgeordneten Haushalt und bei der peinlichen Ordnungsliebe der vortrefflichen Hausfrau dies gar nicht nötig war. Die Betten wurden frisch überzogen, nachdem man sie hinten im Hofe erst tüchtig gesonnt hatte. Das war Saul Flickschusters suchenden Blicken nicht entgangen. Und als dann die Magd mit den mit dem feinsten Linnen bezogenen Kissen durch den Hausstur schritt und in die links gelegene gute Stube trat, da wußte er genug. Etwas war los! Aber was? Er empfahl sich von seinem Nachbar, der, nachdeni er