Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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WDWWWWWDW - 218 — „Nix bös' sein, Sarahleben, wenn ich Der jetzt was frag': Haste schon in Dein Leben gehört, daß ä Mensch haißt Arnulf? Ausgerechnet, Arnulf! Ich Hab' schon, gehört, daß jemand haißt Aron oder Adolf, oder Anschelm, ä Rothschild hat sogar äso gehießen, aber Arnulf?! Nich glauben soll man, was die Leut' imstande sind . . . Arnulf! Gefällt Dir ä so ä Nam?" „Mir gefällt er sehr gut! . . ." „Nu nee nich! Wenn er is Egons Freund, werd' er Dir eppes nix gefallen? Wenn er hätt' gehießen Narrnulf, wärst de auch gewesen entzückt!" Sie lachte freundlich: „und Du etwan nich?! Kommt mit Dein Einikel ä Baron zu Dir auf Besuch . . . ä wirklicher Baron, wird's Dir nicht sein ä große Freud' und Ehr',, ob er nu haißt Narrnulf oder Arnulf?" „Neugierig bin ich nor, ob Du zu Arnulfen Werst sagen, Herr Baron oder Herr Arnulf . . . efscher ist das gar kein Name, sondern auch ä Titulatur . . „Nu aber hör' auf, Josfel Eisenberger, mit de faulen Witze! Er ist ein Freund von unfern Egon ..." fie nahm eine sehr würdevolle Miene an und fuhr mit erhobener Stimme fort: „und vor uns is es engal, ob er is ein Baron oder ein Graf, oder ein Fürst ..." „Sag' lieber bald: König!" Sie beachtete seinen Einwurf nicht. „Oder ob er heißt Anschelm oder Arnulf? Unser Gast ist er, unser lieber Gast, den unser Enkelsohn uns mitbringt! Und jetzt nimm Dir zusammen. Josef! Wir brauchen uns nix zu blamieren, vor niemand nich. Das sind wir unserm Sohn Martin und unserm Enkel Egon schuldig. Der Arnulf von Rettichhausen soll seh'n, daß er zu gebildete Leut' kommt!" „Rettlinghausen! Sarahleben, nix von Rettoch is dabei. . ." er blickte nochmals in den Brief hinein: „Baron Arnulf von Rettlinghausen ..." „Wir werden ihn gut aufnehmen!" sagte sie einfache „den Baron Arnulf von Rettlinghausen."