Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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216 „Ae bischen viel for einen Abend . . . erst kommt Ewalden mit sein Epizier, dann Saul Philosoph mit dem Symbol von de Bsumimbüchs, dann Egonleben mit de Kultur in der Bohnenlaub' und mit de Natur von de Butterbarches, und mit de Jnfasion und jetzt gar mit den Sno . . . biß . . . muß", er hatte, während er sprach, in den Brief geblickt und sich die ihm befremdlich scheinenden Worte herausbuchstabiert, „wirklich ä bischen zu gebüldet . . .ich glaub' nich mal, daß Saul Flickschuster alle die neimodischen Wörter kennt, wenn er auch Tag vor Tag den „Oberschlesischen Wanderer" lest . . „Du kannst ihn ja morgen in der Früh darnach fragen . . . aber jetzt les nor, unterbrech' der mich in einen fort mit Deine Chochmes . .Er lachte und rief: „Rebbe tommer verkehrt. Wenn ich alles wüßte, war'n es Chochmes und weil ich nix weiß' sennen es Narrischkeiten..." „Du weißt mehr, als de brauchst und bis ä kluger Mensch und warst immer tüchtig und steißig . . in ihr regte sich das Gefühl, den ihr teuren, hochverehrten Lebensgefährten verletzt zu haben, „und weit hast de es gebracht und wir sennen stolz auf Dir, ich, Dein Weib und Dein Sohn und Dein Einikel . . . auch wenn Du die neimodischen Wörter nix kennst . . ich kenn'se oßer erst recht nich, aber hören will ich se, weil unser Egonchen sie schreibt, und ich bitt' Dich, les' weiter, aber ohne Schmus ..." Er zog die Brille, die er auf die Stirn emporgeschoben hatte, wieder vor die Augen und sagte gelassen: „recht haste Sarah, mein Weib, man kann nich alles wissen und man kann klug sein und sein Verstand haben auch ohne dem, und den ha'm wer, und die Hauptfach' is, daß Egon morgen herkommt. Und dann schreibt er noch: „und eine etwas eigenmächtige Überraschung habe ich noch in petto, aber ich will sie Euch doch lieber gleich verraten, damit Ihr Euch darauf vorbereiten könnt. Ich bringe meinen Freund, den Baron Arnulf von Rettlinghausen mit, ein famoses, nettes Haus, der Euch