Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3111067-3111102-3116607--5101-3116848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
215 „sein pla . . . plat . . . zet . . . erteilt . . . das heißt, seine Zustimmung gegeben, und ich darf mich bei Euch schon für morgen Abend anmelden. Ich freue mich darauf, in den alten, lieben Räumen unseres Stammhauses einige Tage mit Euch verbringen zu können, ün kleinen Garten, mit der Bohnenlaube und den unverfälschten und ungefärbten Naturblumen, die auf Großmütterchens breiten Beeten wachsen, wie sie der liebe Herrgott wachsen, blühen und gedeihen läßt. Wachsen, blühen und gedeihen! Ohne Kultur, aber dafür in. reinster, schönster Gottesnatur . . . „haißt ä Gewure, was das Jüngel hat. Das klingt wie ä verdaitschter Psalm aus dem Thillim und wenn man auch nicht alles versteht, es hat doch a. Kauech." „Schön is es", rief die Großmutter, „so von die Blumenbeet', was er schreibt, und die Kulturnatur und die Bohnenlaub', wie wenn Saul Flickschuster Schillerns Gedichte vortragt . . ." „Ja . . . und . . .", fuhr der Großvater zu lesen fort: „und in der Bohnenlaube wollen wir Kaffee trinken und Großmütterchen bäckt uns dazu feinen Kuchen, Napfkuchen, genannt „Babe" und oberschlesischen Streuselkuchen, dickbestreut, und . . . und . . . natürlich Butterbarches . . . jeden Tag was anderes, denn 3—4 Tage dauert die Invasion . . .", er buchstabierte: „In . . . fa . . . siohn . . .", ich denke so von morgen, Montag bis Freitag. Großeltern! -Stammhaus! Bohnenlaube! Selbstgebackener Kuchen! So was giebts in Berlin nicht und der Großstadtmensch sehnt sich darnach, sehnt sich aus allem ihn umgebenden Snobismus in die Einfachheit eines Lebens, wie Ihr es führt . . . „was is das wieder? Sno ... biß . . . muß . . . Hab' ich mein Lebtag noch nich gehört . . „Es werd' schon eppes sein!" „Waißt Du es verleicht?" „Wie so ich?" „Du bist doch als ä gebüldete Dame . . ." „Les nor weiter ..."