Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Die Eisenbergers
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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214 „Von Egon!" erwiderte sie freudig. „Aber erst ef;„ damit die „Kascha" nicht kalt wird, dann liest Du mio den Brief vor." Er legte ihn neben den Teller, und sie begannerr zu essen. Seltsam mischte sich das dem Briefpapier ent-- strömende feine Parfüm mit dem Geruch der gerösteten. Zwiebeln! Während sie im Dämmerschein des verglimmenderr Tages ihr Mahl verzehrten, einsilbig und mit gutem Appetit, war es allgemach dunkel geworden. Die Hausfrau begann den Tisch abzuräumen. Josef Eisenbergeo murmelte Segenssprüche des Tischgebetes vor sich hin,, und als er mit singendem Tone dreimal das Omein ausrief, hatte Frau Sarah die Lampe entzündet und voo ihm hingestellt. „Omein"! „Omein . . wiederholte sie mit freudig erregter Stimme, „und jetzt, Josefleben, lies den Brief von unserm Egon. Gesund soll er sein und seinen Eltern- Freud machen, wie sein Vater uns . . . bis Hund erb Jahr!" „Ja wirklich! Der Brief." Er setzte die Hornbrille auf, rückte sich in seinem Stuhl bequem zurecht, scholl die Lampe näher heran, so daß ihr volles Licht auf den Bogen fiel, den er entfaltete. Stärker drang der Dust des Papiers ihm entgegen. Er schnupperte mit der Nase.. „Haißt ä Geruch! Die reine Bsumimbüchs!" Das Ehepaar blickte sich verständnisvoll an und sie lächelten vergnügt. „Zum Guten gesagt!", rief die Großmutter aus, „jetzt aber les endlich . . er unterbrach sie laut auflachend und mit breitem Tone las er: „Sehr geliebte und verehrte Großeltern! Mit einer überraschenden Meldung begrüße ich Euch aufs herzlichste. Papa hall meinem Wunsche, Euch zu besuchen, sein placet erteilt", er brachte es stotternd hervor, „was hat er ihm erteilt?" „Les nur weiter, es wird schon drinn stehen, was- Martin ihm erteilt hat . .