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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 180

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Wilhelm Bacher
Date
1915-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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180 sehr häufig nicht vorhanden ist. Bacher hat übrigens das Hebräische nicht nur sprachwissenschaftlich beherrscht, sondern auch in Wort und Schrift meisterhaft gehandhabt, wie z. B. die Vorrede zu den gesammelten Dichtungen seines Vaters und verschiedene wissenschaftliche Aufsätze zeigen. Neben dem Hebräischen hat er die verschiedenen jüdisch-aramäischen Dialekte, das Arabische und — was besonders selten ist — auch das Persische mit nicht geringerer Gründlichkeit sich zu eigen gemacht und in den Dienst seiner Arbeiten gestellt. Auf diesem festen Fundament arbeitete er mit der ihm eigenen Bedächtigkeit und- Zuverlässigkeit, allen wilden Hypothesen abhold, underschloß der Forschung ganz neue wichtige Gebiete, während er andere erstmalig zusammenhängend und von neuen Gesichtspunkten aus behandelte. Zu letzteren Gebieten gehört die Geschichte der jüdischen Sprachwissenschaft und Bibelexegese, die H a g g a d a und die Schulsprache derRabbiner, zu ersteren die jüdisch-persische Literatur sowie die Poesie und Liturgie der südarabischen Juden. Von diesen beiden Ausläufern am großen Stamme des jüdischen Schrifttunis hat die Wissenschaft erst eigentlich durch Bacher erfahren, und alles, was man bis heute darüber weiß, ist fast ausschließlich durch ihn der Vergessenheit entrissen worden. Die Monographie über die jüdisch-persischen Dichter „ Schahin und Jmrani", und die gleich dieser als Programmarbeit der Budapester Landesrabbinerschule erschienene Schrift über „die hebräische und arabische Poesie der Juden Jemens" sind ein selbständiger Beitrag, zur allgemeinen Literaturgeschichte und dürften von allen Veröffentlichungen Bachers am meisten auch in Nichtfachkreisen Interesse - finden. In wissenschaftlicher Beziehung am wichtigsten von seinen hierher gehörigen Arbeiten ist das „Hebräisch-persische Wörterbuch ausdem XIV. Jahrhundert", in dem Bacher eine unschätz» bare Quelle für die rabbinische Lexikographie entdeckte, die eine Menge sonst verschollenen Sprachguteserhalten hat.

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