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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 179

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Wilhelm Bacher
Date
1915-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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179 Wissenschaftliche Tätigkeit, deren Umfang rein äußerlich daran gemessen werden kann, daß das zu seinem 60. Geburtstag herausgegebene, also durch die seitdem erschienenen Veröffentlichungen noch zu ergänzende Verzeichnis seiner Schriften und Artikel 39 Seiten umfaßt und 611 Nummern aufweist. Wenn Bachers Name trotzdem außerhalb der gelehrten Welt nicht so bekannt ist wie der manches weniger hervorragenden Fachgenossen, so liegt das zunächst an seiner fast ängstlichen Scheu vor dem großen Publikum. War er doch frei von der Eitelkeit, seine gelehrten Werke durch journalistische Verbrämung, weiteren Kreisen verständlich zu machen, und glaubte, die wissenschaftliche Gründlichkeit leide unter einer anziehenden Darstellung. Dann aber ist auch der Gegenstand seiner Forschungen zumeist von geringem Interesse für den Laien und wenig geeignet zur Popularisierung. Es ist daher auch gar nicht so leicht, den Lesern dieses Jahrbuches einen klaren Begriff von Bachers wissenschaftlicher Bedeutung zu geben. Wenn hier trotzdem ein solcher Versuch unternommen wird, so leitet den Verfasser vor allem der Wunsch, daß dem großen Gelehrten, der sein Leben in stiller Anspruchslosigkeit verbracht hat/ wenigstens nach seinem Tode die verdiente allgemeine Anerkennung zuteil werde. Bacher's Bedeutung sowohl als Dozent wie als Gelehrter liegt nicht in der Fülle schöpferischer Ideen aber neuer Entdeckungen, sondern in der Methode seiner Arbeit und in der Wahl seiner Arbeitsgebiete. Nach beiden Richtungen hin stellt er einen in unserer Wissenschaft selten anzutreffenden Typus dar, der ihr aber -gerade besonders not tut. Seine Methode fußte auf dem Grunde einer ausgezeichneten und vielseitigen philologischen Schulung. Dem Fernstehenden mag es auffallend erscheinen, wenn einem bedeutenden Vertreter jüdischer Wissenschaft noch besonders nachgerühmt wird. Laß er eine tiefeindringende Kenntnis des Hebräischen in all seinen Entwicklungsstufen besaß. Und doch ist es eine -traurige- Tatsache, daß diese anscheinend selbstverständliche Voraussetzung für einen Forscher auf jüdischem Gebiete 12*

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