Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Wilhelm Bacher
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 2)
- Language
- German
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»xDHMWNMMMMAWWWMMMADWWDW^DW^^WZWWFZW^^W — 178 - der Strom der ungarischen Hörer dorthin abgelenkt, sondern sie wurde auch bald eine der Mutteranstalt mindestens ebenbürtige wissenschaftliche Pflanzstätte. Ein Hauptteil dieses Verdienstes kommt W ilhelm Bacher zu, dessen Andenken diese Zeilen gewidmet sind. Bacher lag die Liebe zu unserer Wissenschaft schon im Blute. Denn er war ein Nachkomme von Jair ChajimBacharach (1639-1702), einem selbständigen, in Wissen und Methode über seine Zeit hinausragenden jüdischen Gelehrten. Sein eigener Vater Simon Bacher, ein Mann von talmudischer Gelehrsamkeit und literarischer Bildung, war ein geschätzter Hebraist, der durch eigene Dichtungen und namentlich durch seine Uebersetzung des „Nathan" sich einen Namen gemacht hat und schon früh die Liebe zur hebräischen Sprache in seinem begabten Sohne großzog. Geboren zu Liptü- Szent Mtklos am 12. Januar 1850 trat Wilhelm Bacher nach dem Besuch der jüdischen Volksschule 1863 in das evangelische Lyzeum zu Preßburg ein, nach dessen Absolvierung'er 1867 die Universität in Budapest bezog. Schon nach einem Jahre ging er nach Breslau, wo er in das Rabbinerseminar eintrat und zugleich an der Universität mit besonderem Eifer das Studium der orientalischen Sprachen trieb. Als Zwanzigjähriger promovierte er an der Universität Leipzig mit einer Dissertation über den persischen Dichter 9Ji?ami und kehrte nach Breslau zurück, wo er seine rabbinischen Studien 1876 abschloß. Schon vorher hatte er durch mehrere Arbeiten über die Targumim sich die Sporen auch auf dem Gebiet erworben, dessen Meister er später werden sollte. Gleich nach dem Verlassen des Seminars 1876 wurde er Rabbiner von Szegedin als Nachfolger Leopold Löw's. Im darauffolgenden Jahre erhielt er einen Ruf als Professor an die neugegründete Landesrabbinerschule in B u d a p e st, wo er, seit 1912 als Direktor der Anstalt, bis zu seinem am 25. Dezember 1913 erfolgten Tode in ununterbrochener 36-jähriger Lehrtätigkeit eine ganze Generation von gelehrten und methodisch geschulten Rabbinern herangezogen hat. Zugleich entfaltete er eine rastlose