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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 175

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Heinrich Laube und die Juden
Date
1915-01-01
Page
Seite 175 (sequence 25)
Language
German
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175 troffen von der Nachricht der Verlobung des Sohnes, sondern infolge des, übrigens falschen Gerüchts, der Sohn habe bankerott gemacht. Bis diese Lügenmär aufgeklärt ist, befindet sich Rüben in voller Verzweiflung: er betrachtet sich als Mörder seines Vaters und erklärt sich für unwürdig, die Geliebte heinizuführen, während Camilla, die in Glaubenssachen einen seltsam naiven Standpunkt einnimmt, treu an dem Geliebten hält. Nachdem aber der Ungrund der Veitlschen Erfindung aufgedeckt ist, nachdem der Widerstand der Frau Molitore besiegt worden, die von vornherein viel Sympathie für den kunstbegabten jüdischen Jüngling empfunden hatte, wird die Verehelichung der Liebenden vollzogen, ohne daß einem ein Glaubenswechsel zugemutet wird. Das ist im Wesentlichen der Inhalt des spannenden, nicht übel erfundenen und erzählten Romans. Den Hauptpersonen reihen sich viele Nebenpersonen an, die mehr oder weniger in die Handlung eingreifen. Von Christen, ein musikfreudiger, wenn man nicht musiknärrischer sagen will, im Ganzen toleranter, ruheliebender Abba, ein Lebenskünstler Bellosi, ein Vertrauter des Hauses Molitore, ein Spekulant Farmer, Rubens Kompagnon, der kein Vollchrist genannt werden kann, da er von Juden stammt. Von Juden: Rubens Bruder Manasse, ein eifriger, uninteressanter Kaufmann, daneben drei Prachtgestalten, der Rabbiner Baran, der Händler Moses und Rubens Mutter Ruth. Der Rabbiner, ein uralter kranker Mann, ist eine ehrfurchtgebietende Erscheinung, eine die Verehrung erzwingende Persönlichkeit, ein Mann, der den Frieden liebt und befördert, streng für sich, duldsam gegen Andere, der, obgleich er sein ganzes Leben mit Studieren und frommen Uebungen verbringt, den Welthändeln doch nahe genug steht, um in ihnen ein entscheidendes Wort zu sprechen, ein wahrer Führer und Leiter seiner Gemeinde. Die beiden anderen Personen sind eigentümlich, ohne dadurch unwahrscheinlich zu werden. Die Mutter, eine schöne gute nachsichtige Frau, welche die Liebe ihres Sohnes begünstigt,

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