Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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169 seiner Kameraden. Während der Schauplatz des ersten Bandes im wesentlichen das Schloß Grünschloß ist, wird im zweiten Warschau und seine Umgebung geschildert. Valerius, der, wie manche seiner Gefährten ausgezogen ist, um das polnische Volk in seinem Kampfe gegen Rußland zu unterstützen, erlebt dort die schlimmsten Enttäuschungen und scheidet, nachdem er verwundet worden und mehrmals in wirkliche Lebensgefahr geraten war, voll Trauer über den Untergang des heldenmütigen, aber irregeleiteten und ^einigen Volkes- Farbenprächtige, lebensvolle Schilderungen per Kämpfe zwischen Polen und Russen, packende Darstellungen der revolutionären Bewegungen in Warschau, treffende Charakteristiken vieler Personen aus den aristokratischen und Volkskreisen machen das Buch zu einer wichtigen kulturhistorischen Beschreibung eines weltgeschichtlichen Moments. Was uns aber in erster Linie an dem Buche interessiert, das sind die Figuren des Joel und seines Vaters Manaffe, die nun, obgleich sie oft wahrend vieler Bogen verschwinden, keineswegs episodische Figuren sind. Der alte Manaffe, ein Gelehrter, der von Manchen seiner Glaubensgenossen als Heiliger verehrt wird, ein Mann, der als Händler sich einen kleinen Schatz erworben und ängstlich behütet hat, obgleich er äußerlich sehr bescheiden, fast ärmlich lebt, hat von seiner früh verstorbenen Frau einen Sohn Joel und aus einer heimlichen Verbindung mit einer Gräfin eine Tochter Hedwig. Diese, deren Ursprung von Niemandem geahnt wird, und die selbst in völliger Unkenntnis ihrer Abstammung ausgewachsen ist, lebt aus einem Schloß mit Vater und Großmutter. Dorthin kommen Valerius und Joel, die beide freiwillig in das polnische Heer getreten, in dem Reitergefecht bei Grochow verwundet worden und von dem alten Manaffe vom Schlachtfeld aufgelesen worden waren. Beide verlieben sich in die schöne Hedwig. Joel ohne zu ahnen, daß die Begehrte seine Schwester ist; hinter dem begünstigten Valerius muß Joel zurücktreten. Zu diesem heftigen Schmerze der Entsagung gesellen sich manche Kränkungen, die er als Jude erleidet. Wo er nur