Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 18 (1915)
- Article
- Heinrich Laube und die Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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167 auch in den vierziger Jahren zu Leipzig in Laubes Haus und gehörte zu denen, die ihm bei einer Sammlung für R. Wagner Geld gaben. „Als nun später Wagner", so erzählt Laube in den „Erinnerungen" (9, 294) „seinen Bann ausgesprochen hatte gegen die Juden, da faßte mich der Starost beim Rockknopfe und rief: ,Darum also Räuber und Mörder! Darum hat dir der Jude aus Brody einen Beitrag in die Hand gedrückt für den hoffnungsvollen Künstler, um nun von dem älteren Wahnfried geächtet zu werden?'" In dem Drama „Montrose", das 1859 auf dem Burgtheater aufgeführt wurde, kam eine Stelle vor, die auf das Konkordat anspielte; in dieser finden sich auch einige merkwürdige Worte über das Judentum (5,147): Dies ist das Reich des Judentums im Alten Testament; es ist die Priesterherrschaft Samuels, und König Karl wird König Saul, gehetzt von jedem David, den ein Priester salbt. Die Krone wird ein Spielball der Propheten, Die hierzuland aus allen Löchern kriechen, und ein verschwitzter Kerl, der die Komödie der Frömmelei talentvoll spielt, verführt die öffentliche Meinung und diktiert dem Lande die Gesetze. — Gegenüber diesen gelegentlichen Erwähnungen von Juden stehen aber zwei ausführliche Schilderungen von Juden. Sie find fast durch ein halbes Jahrhundert von einander getrennt. Die erste findet sich in dem Roman „Die Krieger" (1834/5), die zweite 4m Roman „Rüben" (1884). Nach den vorstehenden Ausführungen wird man ohne Weiteres vermuten, daß diese Romane nicht bloße Verklärungen des Judentums sind. Denn' nichts ist falscher, als die Vertreter des „Jungen Deutschland", wie W. Menzel dies getan hat, zu Juden stempeln zu wollen. Denn wenn man die Anreger der ganzen Bewegung, Börne und Heine ausnimmt, so waren die