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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 166

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Heinrich Laube und die Juden
Date
1915-01-01
Page
Seite 166 (sequence 16)
Language
German
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— 166 — oder Heide wäre. Ich meinte nur immer, gewisse Aufgaben der Kunst erforderten gewisse nationale Eigenschaften, um unserem Kunstsinne zu genügen. Deshalbwerde uns der Jude ein Schiller'sches Drama nicht schaffen, und er werde im althebräischen Widerwillen: gegen Gottesbilder nicht leicht ein besonderer Bildhauer werden. Lyrik und Musik stehe ihnen vorzugsweise nahe. Aber auch dieses Vorurteil erlebt jetzt manche Ueberraschung, und wer mag wissen, in welchen Fällen allen: der historische Sauerteig noch Neues und Brauchbares hervorbringt." Auch über diese Ausführung ist eine Kritik kaum notwendig, umsoweniger, als Laube selbst von Ueberraschungen spricht, die geschehen können. Nur das mag. hervorgehoben werden, daß, seitdem Laube die obige Auseinandersetzung schrieb (die „Erinnerungen" stammen aus den Jahren 1869—1875) so mancher jüdische Künstler, namentlich Bildhauer mit bedeutenden Werken aufgetreten ist. Und was die Dramen betrifft, so muß. man zunächst bemerken, daß es seit Schillers Tode Dramen, die den seinen vollkommen ebenbürtig gewesen^ überhaupt nicht gegeben hat, und sodann, daß es nicht einzusehen ist, warum den Juden bei ihrem idealen Sinne nicht auch ein Drama in Schillers Geist, gelingen sollte. III. In seinen eigenen dichterischen Werken (denn bisher sind nur seine theatergeschichtlichen und autobiographischen benutzt worden) hat Laube mehrfach Juden geschildert. In einem seiner früheren Werke, den „Reisenovellen" führte er und zwar in der (nach Houben „schwächlichen" Geschichte) „Johanna" in der Figur des „Starosten" einen Kaufmann Axenfeld (oder Achsenseld) vor, einen Reisegefährten, in dessen Begleitung er wirklich 1833 die Fahrt nach Oesterreich unternommen hatte. Dieser war ein polnischer Jude aus Brody, der zuerst als Händler, später als Agent und Dolmetscher in Leipzig sich Vermögen erworben hatte. Er verkehrte

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