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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1915-01-01 · 18 (1915) · p. Seite 165

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
18 (1915)
Article
Heinrich Laube und die Juden
Date
1915-01-01
Page
Seite 165 (sequence 15)
Language
German
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165 Vorsicht mahnen sollen. Vor allen Dingen muß man -aber dagegen Verwahrung einlegen, daß hier jüdisches Wesen als unvereinbar mit deutschem oder als diesem -entgegengesetzt bezeichnet wird. Auch bei dieser Behauptung ist die Einzelerfahrung und die persönliche Kränkung schuld an der allgemeinen Erörterung gewesen und hat den Verfasser zu grundfalschen Schlüssen verleitet. Auch an einer anderen Stelle (8, 412 unten, 413 sg.) finden sich über das Wesen des Judentums, über seine Stellung in der Geschichte einzelne bemerkenswerte Musterungen. Sie lauten: „Dieser Geist ist von unermeßlicher Regsamkeit, er treibt sie ins Weite, er treibt sie zu Spekulationen aller Art. Die Philosophie, in welcher sie sich immer hervorgetan bis zu dem Höhepunkte Spinozas, ist ja auch eine Spekulation, wie der Handel mit alten Kleidern und den Wechselbriefen auf Millionen. Es würde garnichts ändern, wenn man ihnen Jerusalem und Palästina wiedergäbe zu eigener Staatlichkeit — ihr spekulativer Geist würde die neue Schale sofort wieder sprengen, denn sie würde ihnen zu eng werden. Sie würden nicht bloß als Juden unter Juden leben wollen und leben tönnen. „Sie sind eben ein Sauerteig in der neueren Weltgeschichte. Das heißt: seit die heidnischen Götter ins Aussterhen geraten sind und seit das Christentum aus ihrer Mitte hervorgegangen ist. . . .. „Infolge der Revolutionsgrundsätze ist denn auch bei uns — langsam genug! — die Emanzipation der Juden entstanden, und der Sauerteig, als welche sie wirken, ist immer wirksamer geworden, weil er viel mehr Platz zur Wirksamkeit gewonnen hat, und so ist's ganz begreiflich, daß man an ausgezeichneter Stelle immer fragt: der ist also auch ein Jude? Starke geistige Potenz macht sich überall geltend, und kein ruhiger Beobachter bann den Juden absprechen, daß sie eine starke geistige Potenz, die wir Sauerteig nennen, in sich tragen. „Mir war es immer ziemlich gleichgültig, ob ein hervorragender Mensch Christ oder Jude, oder Moslem

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